Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Volkslieder«
spiewak@lycos.de schrieb am 15.5. 2003 um 21:18:21 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Schon seit ein paar Stunden auf Autobahn Sieben,
vom Meer, aus den Bergen, nicht lange geblieben,
da endlich das lang schon erwartete Schild
mit dem weltberühmten alten Kirchenbild.
Es sagt zu den Fremden: Fahrt hier doch mal raus!
Zu mir aber sagt es: Du bist zu Haus.
Denn dort, wo die freundlich bewaldeten Höhen
in ebenes, fruchtbares Land übergehen
und wo hoch vom Harz her die Innerste eilt
und mit andern Wassern sich vereint und teilt,
da steht jene Stadt, die ich kenne und mag,
zu der ich ganz leise Heimatstadt sag.
Mein Hildesheim ist keine Fachwerkromanze,
der sinnlose Weltkrieg zerstörte das Ganze.
Es ist keine Großindustriemetropole,
denn unter ihm liegt weder Öl noch Kohle.
Zur Weltstadt ernenn ich es höchstens im Scherz;
doch weltoffen ist es, und es hat Herz.
Museen und Kirchen voll uralter Schätze,
geschäftig belebt die historischen Plätze,
mit Wurzeln, so tief in das Erdreich gegraben -
die Tausendjährige wird Zukunft haben.
So sprosse aus niemals verdorrendem Keim,
der Rose am Dom gleich, mein Hildesheim.
Jurte schrieb am 14.5. 2003 um 22:59:41 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
1. Jetzt fängt das schöne Frühjahr an,
Und alles fängt zu blühen an
Auf grüner Heid und überall.
2. Es wachsen Blümlein auf dem Feld
Sie blühen weiß, blau, rot und Gelb,
So wie es meinem Schatz gefällt.
3. Wenn ich zu meinem Schätzlein geh',
Da singt das Lerchlein in die Höh,
Weil ich zu meinem Schätzlein geh'.
4. Hab ich dich nicht recht treu geliebt
Und dir dein Herz niemals betrübt?
Doch du führst eine falsche Lieb!
5. Nun geh' ich in den grünen Wald,
Zu suchen einen Aufenthalt,
Weil mir mein Schatz nicht mehr gefallt.
Neuere Fassung
1. Jetzt fängt das schöne Frühjahr an,
Es freut sich, was sich freuen kann,
Weil alles fängt zu grünen an.
2. Es blühn die Blumen auf dem Feld,
Sie blühen weiß, blau, rot und gelb
So wie es meinem Schatz gefällt.
3. Und wie ich ging wohl durch den Klee,
Da singt ein Lerchlein in der Höh,
Weil ich zu meinem Schatze geh.
4. Und als ich kam vor ihre Tür,
Da stand ein andrer schon dafür.
Nie komm ich mehr, das sagt ich ihr.
5. Jetzt geh ich in den grünen Wald,
Da such ich meinen Aufenthalt,
Weil mir mein Schatz nicht mehr gefällt.
Dreiwetter schrieb am 15.5. 2003 um 20:16:25 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Johann Wolfgang von Goethe
1. Es war ein König in Thule
Getreu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Ein goldnen Becher gab.
2. Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.
3. Und als er kam zu sterben,
Zählt er seine Städte im Reich,
Gönnt alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.
4. Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale
Dort auf dem Schloß am Meer.
5. Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heil'gen Becher
Hinunter in die Flut.
6. Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer.
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.
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