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Vorhin im Supermarkt war ich der unangenehmen Präsenz dreier Jugendlicher im Drogenhigh ausgesetzt, die unter spiritueller Anführerschaft einer Endzehnerin mit geröteten Kuhaugen für eine Grillfete einkauften. Kein Gang, der nicht von ihren erbärmlichen Visionen von Standup - Comedy und Kritik durchzogen wurde; noch im Süßwarenregal war die träge und durchdringende Stimme der Golzheim - Janis zu hören: »Boah Fleisch, ey! Krieg isch escht das Kotzen von, hör ich voll noch quieken!« Der Einkauf zog sich ein wenig und so auch das fragwürdige Hörerlebnis, das hinterher beim gemeinsamen Anstehen an der Kasse zu unerträglicher Nähe gerann. Als sich das Trio dort eines gedrängteren Publikums versichert sah, zog es noch einmal alle anderthalb Register und reflektierte lautstark über Internetangebote der Zukunft (»da kannse dann direkt den Dope zur Mucke absaugen«) und Gegenwart (»hammermäßige Flash - Animationen«). An meine Grenzen geführt, empfahl ich ihnen den Assoziations-Blaster, in dem vollgepumpte Jugendliche ein aufgeschlosseneres Publikum für satirische Gehversuche finden könnten und eine Beratungsstelle, um sich den passenden Studiengang für ihre entgrenzte Lebensweise zu wählen, da sich die naheliegende Sozialpädagogik mit Sicherheit nicht mit ihrer elitaristischen Oberstadtlebensweise vereinbaren ließe.
Hinterher fragte ich mich, was mir die drei so widerwärtig gemacht hatte, sprach und spreche ich doch selber nach wie vor Suchtmitteln verschiedenster Art zu. Doch rede ich weder Gurken mit »du kommst jetzt mit!« an, noch würde ich mich je einer Situation aussetzen, in der unbescholtene Menschen Zeuge einer solchen Entgleisung werden. Und schon gar nicht würde ich im April 2004 ein ärmelloses T - Shirt tragen, auf dem 'Tank Girl' steht, nicht einmal als Mann.
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