Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Charme«
mcnep schrieb am 11.5. 2004 um 20:55:12 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Das Wort Charme hängt mit den Chariten, besser vielleicht Charitinnen zusammen, griechischen Göttinnen der Anmut und Gnade. Aus ihnen leitete sich das Wort cháris ab, das Plutarch so definiert: »Die Alten nannten cháris das spontane Einverständnis der Frau mit dem Mann.«
Eine zweite Linie des Wortes führt zum lateinischen 'Carmen', das Gesang bedeutet, was jedoch, wenn man sich zum Beispiel des Orpheus– oder Sirenenmythos erinnert keinesfalls der ersten Deutung wiederspricht. Aus dem französischen charmer, das bezaubern bedeutet, entwickelte sich dann der Charme, der wieder ursprüngliche Bedeutung von Anmut mit einem magischen Moment verknüpft, denn was genau den Charme einer Person ausmacht, wird jeder anders definieren, wenn er sich nicht auf den großen Mustersatzbaukasten der Kulturindustrie verläßt.
Liquidationsdefensive schrieb am 1.12. 2002 um 20:12:20 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Der Charme ist so eine beängstigende Eigenschaft, die jemand an sich haben kann, der vielleicht noch ganz schön und klug daherkommt und das Schöne mit dem Klugen und Gewitzten in seiner Rede verbindet, die er an einen schnurgerade heraus richtet, dass man gar nicht weiss, warum es einen denn jetzt so charmant trifft, geradezu mit schlimmstem Verständnis überfällt, und man sich von den Herausforderungen des benebelndsten Charmes angegriffen fühlt, einen Funken Nettigkeit und Konversationsbemühungsschein aus sich herauszuquetschen, der auf übelste Weise natürlich fehlschlägt und es so zu einer durchdringenden Einsicht des Charmes in die Verkommenheit, hampelmannmäßige Grundverfassung und das ganze gewaltige Maß an Gleichgültigkeit kommt, das zu verbergen äußerstes, aber fürchterlich verfehltes Ziel war, so dass einem nur noch eine schreiende Flucht möglich ist, die jetzt auch schon das ganze quasi mit Posaunen unterstrichene und sich schamlos offenbarende Elend in weitem Umkreis zu Tage bringt, eine stürzende Flucht weg von dem Charme, vor dem man so kläglich versagte, hinter die nächste Häuserecke, um die man vorsichtig mit rotem Kopf ab und zu herumblinzelt, ob der Charme da noch steht und sich immer noch in seiner ihm eigenen Erscheinungsweise ergeht. So sitzt man zuletzt erschöpft und doch sehr erleichtert im Rinnsal und drückt den Kopf zwischen die Knie, dass man nichts mehr um sich herum sieht.
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