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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 30.7. 2026 um 02:03:06 Uhr schrieb
Der Dorfschullehrer aus Mehlis über Knabenkastration
Der neuste Text am 10.10. 2026 um 18:08:15 Uhr schrieb
Bettina Beispiel über Knabenkastration
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Assoziationen zu »Knabenkastration«

Dottore Marcellini schrieb am 13.9. 2026 um 22:47:57 Uhr zu

Knabenkastration

Bewertung: 18 Punkt(e)

Rinaldo Gherardini
Ein Knabe, der 1670 seine Kastration selbst beantragt – mit einem von einem Schreiber aufgesetzten Bittbrief an Francesco II d'Este, Herzog von Modena:

"Rinaldo Gherardini, bald 14 Jahre alt, ist im Gesang so weit gelangt, dass er darin ebenso sicher ist wie die anderen. Da er bei der Veränderung der Stimme fürchtet, dass die Stimme, die er gegenwärtig als Sopran besitzt, in eine andere, schlechte Stimme übergehen könnte, aufgrund des ungünstigen Einflusses des Planeten, der über dieses Land herrscht und der gewöhnlich schlechte Tenöre hervorbringt, ohne Fähigkeit und Begabung, hat er vorgeschlagen und beschlossen, sich mit der gnädigen Zustimmung Eurer Hoheit kastrieren zu lassen, um in diesem Beruf weiter voranzukommen und dadurch sowohl dem Herrgott als auch Eurer Hoheit besser dienen zu können […]

Da aber die Armut seines Vaters es ihm nicht erlaubt, die Kastration vorzunehmen, weil der Norsino, der die Operation durchführen soll und der dem Bittsteller sein Leben garantiert, vier Doppien für seine Arbeit verlangt, wendet er sich deshalb an die höchste Freigebigkeit Eurer Hoheit..."

Man beachte das Alter des Knaben. Es handelt sich hier um eine sogenannte »späte Kastration«, also die Kastration in einem Alter, in dem die Knaben in der Regel bereits geschlechtsreif und sexuell aktiv waren.
Dem Bittschreiben wurde stattgegeben.

Der Dorfschullehrer aus Mehlis schrieb am 30.7. 2026 um 02:03:06 Uhr zu

Knabenkastration

Bewertung: 41 Punkt(e)

Lichtgestalten in einem der dunkelsten Kapitel der Musikgeschichte: Die Gesangskastraten in Italien im 16. bis 19. Jahrhundert.

Um die begabten Sopran- oder Altstimmen vor dem Stimmbruch zu bewahren, wurden die Jungen vor oder zu Beginn der Pubertät kastriert – bis zu 3000 jedes Jahr. Die Opern wollten sie, die Kirchen brauchten sie.

Die Jungen wurden an den bekannten Konservatorien ausgebildet: Besonders natürlich im Singen, stundenlang täglich, aber sie lernten auch Instrumente, vor allem das Cembalo, und Komposition. Es war ein gnadenloser Drill, denn die Ausbildung war teuer. Berühmt wurden die wenigsten... Immerhin hatten die weniger begabten ein solides Auskommen als Chorsänger.

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