Kindheit
Bewertung: 13 Punkt(e)es gibt manche, die diesen zustand nicht verlassen wollen, manche, die ihn nicht verlassen können und manche, die ihn manchmal wieder besuchen können.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 99, davon 94 (94,95%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 35 positiv bewertete (35,35%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 712 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,485 Punkte, 42 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 16.5. 2000 um 12:21:51 Uhr schrieb Tanna über Kindheit |
| Der neuste Text | am 3.9. 2026 um 11:33:24 Uhr schrieb Ildegarde über Kindheit |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 42) |
am 15.3. 2006 um 16:06:55 Uhr schrieb
am 2.12. 2007 um 11:39:24 Uhr schrieb
am 16.6. 2009 um 15:02:03 Uhr schrieb |
es gibt manche, die diesen zustand nicht verlassen wollen, manche, die ihn nicht verlassen können und manche, die ihn manchmal wieder besuchen können.
Erziehung
laß das
komm sofort her
bring das hin
kannst du nicht hören
hol das sofort her
kannst du nicht verstehen
sei ruhig
faß das nicht an
sitz ruhig
nimm das nicht in den Mund
schrei nicht
stell das sofort wieder weg
paß auf
nimm die Finger weg
sitz ruhig
mach dich nicht schmutzig
bring das sofort wieder zurück
schmier dich nicht voll
sei ruhig
laß das
wer nicht hören will
muß fühlen
UWE TIMM
Die Kindheit ist die Zeit in unserem Leben, die wir entweder später verklären oder konsequent als die schrecklichste bezeichnen, die wir je erlebt haben.
der sonnenstrahl,der durch die ritzen iun den dachbohlen in den dunklen dachbodenraum fällt.heißgewordene,schmelzende dachpappe auf garagendächern.rollerskates.tulpenblüten.
kindheit ist das, was wir an grausamem durchleiden und waehrend dessen wir auf bessere zeiten hoffen. das schlimme am erwachsenenleben ist, dass wir erkennen, dass diese traeume niemals in erfuellung gehen werden, sondern alles hoechstens noch schlimmer wird...
Es besteht kein Grund zur Beunruhigung.
Die meisten Menschen hegen tief innen, an einem unsagbaren Ort, einen unbeschreiblichen Zweifel -... den Zweifel an der Berechtigung ihrer puren Existenz. Den Zweifel, ob es in Ordnung ist, daß sie hier sind, daß es sie gibt.
Wir alle gehen durch eine Menge Erfahrungen, bevor sich ein sprachlich abbildbares Verständnis unseres Seins zu entwickeln beginnt. In dieser Zeit, da wir fühlend so rein wie hernach nie wieder vorhanden sind, geschehen uns die tiefsten Einprägungen. Wir erleiden das erste große Trauma, eine Erfahrung, die so einschneidend ist, daß sie einen ersten Teil unseres keimenden Wesens abspaltet, da wir uns selbst die Schuld daran geben. Die meisten von uns haben solche Verlassens- oder Ungeliebtheitsprägungen. Obwohl wir das nicht benennen können, spüren wir doch, daß „mit uns etwas nicht stimmt“, daß „wir ganz falsch sind“ oder Ähnliches.
Unbewortet sinkt das Gefühl des Grundübels und der Schuld tief in unser vorsprachliches Unbewußtes. Dort bildet sich der „Dämon“, der dieses Wissen vor uns und dem Rest der Welt nach Kräften geheimzuhalten sucht. In späteren Jahren, freundlich befragt, kann uns der Dämon offenbaren, was er immer zu verstecken trachtete. Etwa: „Ich habe keine Berechtigung hier zu sein“ oder „Ich gehöre nicht dazu“.
Doch Kleinkinder sind ohne Fehl. Die Wahrheit hinter dem dramatischen Erleben ist das Mißverständnis eines Babys, kein Göttergrollen.
Wir sind ok, denn wir sind hier.
aus: »95 Thesen für das dritte Jahrtausend«
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