Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Netzerupdate«
hei+co schrieb am 5.4. 2001 um 20:24:21 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
... und die sache mit den *wunschmaschinen* zur erfindung neuer welten ...
das ist inzwischen, glaube ich, etwas abwegig und naiv angesichts der
kriegerischen auseinandersetzungen im netz: halt die typisch
»literarisch/ästhetische« vision der cybercultur, die vermeindlich
radikalästhetische/radikaldemokratische anfangsutopie des netzes: am anfang
war das netz. und das netz gehörte allen. und der geist der revolution
schwebte über den servern. und jeder war gott. gott war ein programmierer
und ein hippie ... und william gibson hat das alles auf seiner
schreibmaschine erfunden ... aber wir können alle daran weiterschreiben und
programmieren, um das netz gegen den angriff der killerviren aus der new
economy zu verteidigen ... das hört sich ja fast so an, als seien die
grossen erzählungen doch noch nicht zu ende, als könne man die welt mit
worten retten (oder konstruieren oder de-konstruieren ...) kollaborative
schreibprojekte mit ihrer statistischen minimalbeteiligung ändern ja
deshalb noch nichts an der »natur des netztes« – creative writing-kurse
revolutionieren ja auch nicht den literaturbetrieb, künstlerische ver- und
entwendungen von kriegs-, medizin- und gentechnologie kehren ja auch nicht
die richtung der geo-, körper- und humantechnologie wirklich um – sie geben
einen blick frei auf mögliche utopische momente – nein, das ist zu
zurückgenommen formuliert ...
Francis Hunger schrieb am 6.4. 2001 um 00:13:30 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Plagiat, Demontage, Dekonstruktion
Somit ist in der Kunst dann eher die Form des Plagiats vorzufinden,
bzw. das Zitieren ohne Urheberangabe. Dazu Florian Cramer:
"Mühelos lassen sich historische Beispiele von Literatur, Musik und
bildender Kunst aufzählen, die ,,plagiatorisch`` genannt werden
könnten oder sogar ,,plagiatorische`` Poetiken formulieren: die
Romane von Rabelais, Cervantes und Jean Paul zum Beispiel, die
Verar-beitung von musikalischen Themen in der Musik des 17.
Jahrhunderts, die Werkstattmalerei der Carravagio- und
Rubens-Schulen. Der vorgetäuschten Neuheit des Plagiats entspricht
reziprok die simulierte Historizität der Fälschung. Fast alle Religionen
und gnostischen Schulen begründen sich auf rückdatierten
Pseudoepigraphien und zum Teil über Jahrhunderte hinweg kollektiv
verwendete Namen von Propheten und Evangelisten...."
Francis Hunger, 24.01.2001
Copyleft in der Kunst und
Copyright in der Popkultur
Vom stillen Ignorieren und bewußten Verletzen:
http://www.hgb-leipzig.de/%7Efrancis/txt/copyright/
hei+co schrieb am 4.4. 2001 um 16:17:44 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Hören wir endlich auf, zu lesen und zu schreiben und die Geschichte
immer wieder zu wiederholen, und fangen wir an, gemeinsam zu
Schreib/Lesern zu werden, unsere kulturellen, mentalen, diskursiven
Wissenssysteme zu verknüpfen, unsere Lieblingsstellen und
Lektüre-Momente, Lesezeichen, Randbemerkungen, Fußnoten ...
auszutauschen und das Internet als einen interkulturellen
intertextuellen Diskursraum zu benutzen!
Ästhetisch-künstlerisch-literarische und netzpolitische Arbeit: eine
Kampffront! Nicht das Taschenbuch, die mailbox, das ebook, publishing on
demand oder der Hypertext sind revolutionär, sondern der Gebrauch, den
wir davon machen! Es lebe die Entwendung!
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