Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Netzerupdate«
hei+co schrieb am 4.4. 2001 um 15:22:11 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Texte recyclen, mischen, zerschnieden, aufknüpfen, entwenden, anwenden, überlesen, entwerten, versagen, verreissen, verlassen, überlesen, überlassen, aufdenken, entzünden, entwickeln, verbinden, verwunden, versenden ....
texte im, aus, um, über, durch .. und gegen das netz.
texte im netz: was machen wir mit ihnen, was machen sie mit uns?
mp3 ist free - why not txt? fragt rolux (http://www.rolux.org)
wie ist das mit dem rauschen, den hintergrundrauschen, dem rauschen der texte und theorien - können wir es nicht auch geniesen & damit arbeiten?
schreiben wie kino, sagte bolz ueber mc luhan.
schreiben im netz ... wie proust, wie ein avantgardistischer erzähler im cyberspace, wie ein netzliterat oder einfach wie ein idiot oder ein laie?
und lesen? das ist doch alles gar nicht lesbar: am schirm, aus dem netz, ohne punkt und komma, ungefiltert, jeder kann mitmachen ...
und die tools?
das netz ist längst nicht mehr ein blosses *werkzeug des denkens*, etwa in dem reduktionistischem soften technik-gebrauch wie er sich schon in nietzsches diktum äußerte:
»Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken«, schrieb Nietzsche 1882 auf seiner Kugel-Schreibmaschine – daraus entstanden aphorismen und andere textuelle kurzformen.
das netz ist die oberfläche des zeitgenössischen denkens schlechthin: wir bewegen uns darin wie die revolutionäre es gern im volk getan hätten: wie fische im wasser ...
am ehesten kann netzliteratur, netzwissenschaft, netzkritik, netzrecherche, netzkommunikation vielleicht als eine kunst praktiziert werden, als ein ein denken in aktion, so prozessural, flüssig und flüchtig, wie es sich die konzept und beteiligungskünste der 70er jahre nur träumen konnten.
vor ort installiert wird ein netzwerk aus textfragmenten, sounds, hintergrundrauschen. gearbeitet wird an der entstehung von gedanken und gedankenvernetzungen beim durchqueren von datenräumen ...
wer etwas mitbringen möchte, assoziiere es im assoziationsblaster unter dem stichwort:
netzerupdate oder arbeite unter:
http://www.hyperdis.de/netzupdate/
hei+co (idensen)
(hei+Co@hyperdis.de)
hei+co schrieb am 4.4. 2001 um 16:17:24 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Die neuen Arbeits- und Kooperationsformen im Netzwerk erscheinen somit
den networkern und microslaves manchmal schon als eine Verwirklichung
der verabschiedeten gesellschaftlichen Utopien. Geschenk-Ökononomien -
wie opensource und opencontent - und freie Wissenskooperationen werden
als Grundlage ,neuer Ökonomien‘ jenseits globalisierter Kapitalsströme
ins Spiel gebracht. Typische Verdrängungsstrategien (schein-)
selbständiger ‚intellektueller Proletarier‘? Welchem Zeittakt
unterliegen die Operationen und Kooperationen im Netz? Welchen Status
haben Netz-Texte, Netz-Schreiber und Netz-Leser? Welche neuen Handlungs-
und Aktionsmöglichkeiten schälen sich auf der Basis virtueller
vernetzter Arbeits- und Lebenszusammenhänge heraus? Wie gestaltet sich
eine ,postmediale Praxis‘ der Netz-Arbeit allseits vernetzter
,Gruppensubjekte‘, wo bleiben Subversions- und Widerstandspotentiale?
hei+co schrieb am 4.4. 2001 um 16:17:44 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Hören wir endlich auf, zu lesen und zu schreiben und die Geschichte
immer wieder zu wiederholen, und fangen wir an, gemeinsam zu
Schreib/Lesern zu werden, unsere kulturellen, mentalen, diskursiven
Wissenssysteme zu verknüpfen, unsere Lieblingsstellen und
Lektüre-Momente, Lesezeichen, Randbemerkungen, Fußnoten ...
auszutauschen und das Internet als einen interkulturellen
intertextuellen Diskursraum zu benutzen!
Ästhetisch-künstlerisch-literarische und netzpolitische Arbeit: eine
Kampffront! Nicht das Taschenbuch, die mailbox, das ebook, publishing on
demand oder der Hypertext sind revolutionär, sondern der Gebrauch, den
wir davon machen! Es lebe die Entwendung!
hei+co schrieb am 5.4. 2001 um 20:23:39 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
<Betr.:RE: schreib-,medien- und andere effekte > hei&co schrieb:
das medium ist die botschaft ist die botschaft ist die botschaft.
die botschaft zirkuliert zwar unentwegt, kommt aber bekanntlich niemals
an. das medium + die botschaft der *odysseen* sind einerseits sicherlich
die wörter im netzraum, im weltraum, andererseits sind es genauso die log.in- schreib-, einfüge- und verschachtelungsprozesse, also die *odyssee*
als reise, als verschachtelte erzählung mit leerem zentrum es gibt also
viel zu tun zwischen dem gesprochenen und dem geschriebenen!
der inhalt eines mediums – und das ist ja wohl die oft vergessene
fortführung des oft kopierten mcluhanschen diktums von der *medienmassage*
– ist bekanntlich immer ein anderes *medium*. der inhalt der *odysseen* im
*netzraum* sind angelesene, aufgelesene, überlesene, gegengelesene,
weitergelesenen science fiction-erzählfragmente, die sich live im verlaufe
verschiedenster odysseen durchs netz in den
zügigen zwischenräumen und den abwegigen zwischenwelten niederlassen:
http://hyperdis.de/hyperfiction/
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