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Schömberg fühlte einen merkwürdigen Kopfschmerz, gedämpft durch ein ingesamt dumpfes Gefühl im Kopf - ähnlich eines heftigen Katers. Als er die Augen öffnete, sah er eine weisse Decke mit Leuchtstoffröhren in diesen silbernen Reflektoren, durch ein Gitter abgeteilt, wie Eiswürfelförmchen. Er lag in einem Krankenhausbett. Seine Frau stand neben dem Bett, hielt seine Hand. »Rolf !« rief sie wie durch einen zähen Nebel zu ihm. Auf der anderen Seite stand ein Mann im weissen Kittel, Stifte und so ein elektronisches Gerät in der Brusttasche - ein Arzt mittleren Alters. »Hallo Herr Schömberg!« rief der Arzt. »Jah« krächzte Schömberg. Seine Kehle war unglaublich trocken. Stammelnd bat er um ein Glas Wasser, daß ihm alsbald von einer drallen Krankenschwester gereicht wurde. In seinem rechten Arm mündete ein »Tropf« in einer dieser ekelhaften Kanülen, die mit einem Pflaster in seinen Venen festgehalten wurden. Der Arzt und seine Frau richteten ihn auf, die Lehne des Bettes wurde hinter ihm hochgeklappt. »Langsam ! Kleine Schlucke!« wurde er ermahnt, und hielt sich auch daran. Trotzdem sabberte das Wasser anfangs aus seinem Mund. Die Schwester wischte auf seinem Kittel herum. »Das ist ganz normal« wurde Schömberg beruhigt. »Was ist passiert?« Schömberg wurde darüber aufgeklärt, daß er auf einer Geschäftsreise mit seinem Kollegen Berresheim einen schweren Verkehrsunfall erlitten hatte. Berresheim, der gefahren war, hatte offenbar eine rote Ampel übersehen. Schömberg hatte unglaubliches Glück gehabt, da er förmlich eingequetscht worden war in dem 5er BMW. Doch die Airbags hatten das schlimmste verhindert - wenn auch nicht das schwere Schädel-Hirn-Trauma und einige innere Verletzungen. Deswegen habe man Schömberg in ein künstliches Koma versetzt - aber er brauche sich keine Sorgen zu machen. Alles wäre gut verheilt, und, wenn nichts dazwischenkomme, könne Schömberg in 10-14 Tagen nachhause entlassen werden. »Nachhause« murmelte Schömberg. Seine Frau hielt immer noch seine Hand. Sie trug eine weinrote Bluse mit einer Perlenkette darüber, und ihr braunes Haar war wie stets gut frisiert. »Wir haben uns solche Sorgen gemacht ! Aber jetzt wird alles gut !« Und sie richtete ihm ganz liebe Grüsse von seiner Tochter Angela und seinem Sohn Lars aus, die ihn ganz furchtbar vermissen würden, und ihn heute abend besuchen würden.
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