Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Tolkien«
Hobbit schrieb am 21.2. 2002 um 15:27:35 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
Tolkien polarisiert.
Viele sagen, seine Bücher (von denen sie dann maximal den »Herrn der Ringe« kennen) seien langatmig und langweilig, seine Genauigkeit in der Beschreibung der Welt Mittelerde, deren Bewohner und Sprachen sei Erbsenschälerei. Ich kenne selbst einige Leute, die zwar Fantasy-Rollenspieler sind, aber den LotR im zweiten Kapitel kopfschüttelnd beiseite gelegt haben.
Andere stilisieren Tolkien zum literarischen Gott hoch. Sie sehen die »Längen« der Erzählungen als probates Stilmittel an, dem Leser die Weite des Landes, die Dauer zeitlicher Abläufe oder gar die Tiefe des elbischen Geistes zu vermitteln. Es gibt auch unter den allergrössten Tolkien-Fans Leute, die ihn nie verstanden haben und/oder gigantische Mengen geistigen Schrotts verbreiten.
Ich denke, er wollte einfach nur Geschichten schreiben. Geschichten, die in seinem Sinne logisch in einer Welt plaziert sind, die real nicht existieren kann [1]. Wenn also jemand Tolkiens Entwicklung der Welt Mittelerde und deren Völker für übertrieben akribisch hält, dann soll er's doch tun - für mich ist das Ganze eine Glanzleistung. Dass der »Herr der Ringe« so ganz nebenbei zum Vorbild eines kompletten Literatur-Genres wurde ist dabei fast nebensächlich.
Eine positive Lesart von Tolkien als »Gott« liefert Borges [2], und dem kann ich nur beipflichten.
[1] Fantasy ist ein in sich selbst geschlossener Text mit logisch aufeinander aufbauenden Gegebenheiten, die aber in dieser Form unmöglich ist oder wo die Welt, in der die Geschichte spielt, unmöglich ist. (John Clute)
[2] Der Fantasyautor ist ein literarischer Gott, er sagt »es werde« und es wird. Ein Gott, der erklärt, wie er etwas erschafft, wirkt höchstens lächerlich, nicht wie ein Gott. (Jorge Luis Borges)
Hadmar Freiherr von Wieser schrieb am 3.11. 2003 um 16:15:32 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Wer die magische Welt von Harry Potter liebt und den authentischen Hintergrund von „Der Name der Rose“ schätzt, wer angesichts der epischen Bilder von „Herr der Ringe“ erschaudert, wer Liebesdramen liebt, die sich über Jahrzehnte hinziehen, und wer bei den weltanschaulichen Abenteuern der „Prophezeiungen von Celestine“ ins Philosophieren geriet, der wird sich in der Gezeitenwelt schnell heimischer fühlen als in der Wirklichkeit. Und wer sich schon immer fragte, was wäre, wenn all unsere Träume wahr würden, der findet die Antwort in HIMMLISCHES FEUER von Hadmar Freiherr von Wieser.
Völkerwanderungen und Kriege sind die Folge der Klimakatastrophe, die zu einer neuen Eiszeit führt. Aber es sind die Schicksale Einzelner, mit denen die Autoren ihre Leser fesseln. Priester, die das Unvorstellbare zu verstehen suchen, Seefahrer, welche die Flutwellen und Stürme überstehen müssen, kleine Strauchdiebe und Fischerinnen, deren Träume beängstigende Wirklichkeit werden – aber auch so eigentümliche Wesen wie ein sechsarmiger Kriegsgott, der eigentlich eine Statue sein sollte, aber auf geheimnisvoller Weise beginnt, auf der Gezeitenwelt zu wandeln. Liebesgeschichten verbinden die Akteure der einzelnen Romane. Eine Fantasy Soap Opera lässt die Helden immer wieder unter seltsamen – aber durch das Weltenrätsel wohl begründete – Umständen aufeinander treffen.
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