Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Geisteswissenschaften«
Liamara schrieb am 16.4. 1999 um 13:20:40 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Gewöhnliche Menschen, seien sie nun einfache Leute, durchschnittlich intelligent oder auch besonders begabt, haben manchmal eine Eigenart: sie mögen bestimmte Dinge, und bestimmte Dinge lehnen sie ab. Wie jeder Mensch, so meckern sie manchmal oder loben etwas besonders, sie schreien herum, diskutieren, lamentieren, freuen sich, na ja, sie machen alles, was Menschen so ausmacht. Die Gruppe der Geisteswissenschaftler - z.B. Philosophen und Theologen, vor allem natürlich Studenten, sind da von anderem Schlag. Zum einen sind Studenten immer Rad-Erfinder. Im neuen Terry-Pratchett-Buch wird das nett beschrieben: es gibt dort einen »geheimen« Ausgang von der Universität, und traditionell wissen nur Studenten davon. Natürlich vergessen diese Studenten aber, dass auch ihre Dozenten früher mal Studenten waren. Nun ja, um beim Thema zu bleiben: Geisteswissenschaftler lieben Kritik, aber nicht auf die selbe Art wie andere Menschen. Sie stellen sich vorzugsweise auf eine Stufe leicht oberhalb der anderen Menschen, um nicht zu sagen: ausserhalb der anderen, aber nicht, weil sie die Menschen nicht mögen würden. Geisteswissenschaftler wollen die Menschen verstehen, aber warum müssen sie sie dann kritisieren? Die anderen sind immer eine Masse mit schlechten Eigenschaften. Ob sie nun eine Sache besonders gut finden oder besonders schlecht, Geisteswissenschaftler wissen genau, dass die anderen davon überhaupt keine Ahnung haben und halten sowieso alles, was die Masse macht, für ziemlich unverständlich.
Tanna schrieb am 26.4. 2000 um 16:49:01 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Tja, da sitzen wir nun in unseren Elfenbeintürmen, die beim näheren Hinsehen entweder renovierungsbedürftige hundertjährige Renommierbauten oder mindestens ebenso renovierungsbedürftige Zweckbauten aus den 60ern oder 70ern sind, verderben uns die Augen durch ständiges Bücherlesen, sinnieren über die Trinitätstheologie Augustins, die Phänomenologie des Alltags und das Versmaß der niederrheinischen Dichtung des Spätmittelalters, schreiben tonnenweise Seminar- , Magister- , Diplom- und Doktorarbeiten - und die deutsche Wirtschaft sucht händeringend Informatiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler. Ich könnte geradezu Schuldgefühle kriegen - wenn ich nicht vor fünf Jahren mit einem frischen Informatik-Diplom in der Tasche erfolglos bergeweise Bewerbungen geschrieben hätte...
Tja, liebe deutsche Wirtschaft: zu spät. Das hättest du dir früher überlegen müssen.
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