Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 13, davon 13 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 8 positiv bewertete (61,54%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 24.12. 2002 um 03:53:55 Uhr schrieb
voice recorder über canetti
Der neuste Text am 13.6. 2026 um 11:56:07 Uhr schrieb
nukleare Lenkungsgruppe über canetti
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 5)

am 19.5. 2023 um 12:18:37 Uhr schrieb
Christine über canetti

am 10.5. 2004 um 22:14:33 Uhr schrieb
sabeth über canetti

am 30.4. 2013 um 15:08:50 Uhr schrieb
Etienne über canetti

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Canetti«

Kopflast schrieb am 2.1. 2003 um 00:59:30 Uhr zu

canetti

Bewertung: 9 Punkt(e)

Elias Canetti, Masse und Macht (Die Doppelmasse: Der Krieg)
»Es ist ein ganz erstaunliches Unternehmen. Man beschließt, daß man mit physischer Vernichtung bedroht ist, und verkündet diese Bedrohung öffentlich vor aller Welt. >Ich kann getötet werden<, erklärt man, und leise denkt man dazu: >weil ich den oder jenen töten will.< Der Ton müßte in Wahrheit auf dem Nachsatz liegen: >Ich will den oder jenen töten, darum kann ich selber getötet werden.< Aber für den Beginn des Krieges, für seinen AUSBRUCH, für die Entstehung der kriegerischen Gesinnung unter den eigenen Leuten ist es die erste Fassung allein, die man sich zugibt. Ob man in Wirklichkeit selber der Angreifer ist oder nicht, immer wird man die Fiktion zu schaffen suchen, daß man bedroht wird

voice recorder schrieb am 24.12. 2002 um 03:53:55 Uhr zu

canetti

Bewertung: 7 Punkt(e)

"Wenn sie als Einheit zusammen sind, agieren sie auf alle gemeinsam erteilten Befehle. Aber es
soll möglich bleiben, sie zu trennen; ein, zwei, drei Mann, die Hälfte, so viel der
Vorgesetzte will, abzuberufen. Daß sie zusammen marschieren, soll äußerlich sein; die
Spaltbarkeit der Abteilung macht ihre Verwendbarkeit aus. Der Befehl muß welche Zahl immer
treffen können; einen, zwanzig oder die ganze Abteilung. Seine Wirksamkeit darf nicht davon
abhängen, an wie viele er sich richtet. Es ist derselbe Befehl, ob einer oder alle ihn
entgegennehmen."

Elias Canetti

Schmidt schrieb am 21.1. 2016 um 09:45:34 Uhr zu

canetti

Bewertung: 1 Punkt(e)

seine Ohrenzeugen hab ich gerne gelesen, aber als ich ihn dann selbst reden hörte, verblasste die faszination wieder. So habe ich dann im zarten Alter von vielleicht zehn Jahren das Grundvertrauen in den Arzt, die Institution Arzt, verloren. Ich hatte zum ersten Mal den MUT gefasst ihm von den Empfindungen in den Händen, die meist mit dem Fieber einhergingen aber auch einfach so auftraten, zu erzählen. Mutter stand daneben. Ich stammelte also wohl etwas zusammen weil die Sache selbst heute nicht leicht zu beschreiben ist, etwas von, alles fühlt sich so groß an, alles wird immer größer und größer und fühlt sich so seltsam an, ich meine, ich war bei völlig klarem Verstand

jedenfalls war das so ein Tür und Angel Gespräch, ich lag im Bett und der Arzt und Mutter standen im Türrahmen, und nach meinen Schilderungen höre ich Mutter sagen, »der Bub phantasiert im Fieber«, und bemerke, der Arzt geht nun mit Mutter hinaus. Vielleicht hat er noch gesagt, das sei alles nicht so schlimm.

Die haben mich alle beide nicht ernst genommen. Auch mit Mutter war seitdem ein Bruch da. Ich begriff, es gab Dinge im Leben eines Kindes mit denen konnte man bei Erwachsenen, selbst bei einem Arzt, nicht ankommen. Weil die sie auch nicht verstehen.

Und man gerät in einen falschen Verdacht. Nicht ganz normal zu sein.

Schmidt schrieb am 21.1. 2016 um 09:56:37 Uhr zu

canetti

Bewertung: 1 Punkt(e)

In der Folge dieses Erlebnisses wollte ich ein ganz besonders guter Bruder werden. Ich wollte Kinder immer völlig ernst nehmen. So wurden meine zwei kleinen Geschwister, der Andere zählte nicht mehr als wirklich klein, meine bevorzugten Studienobjekte und Freunde. Ich verteidigte sie vor Mutter, nahm freiwillig Schuld auf mich wenn etwas zerbrach, ich hatte ja die Zusage ab dem zehnten Geburtstag nicht mehr verprügelt zu werden, und, ich war immer auf der Hut vor allen Erwachsenen insbesondere natürlich auch den Eltern, man konnte nie wissen was sie plötzlich über einen dachten. Ihnen mit eigenen Problemen zu kommen, mit ihnen reden, war völlig absurd. So gefiel ich mir als ganz junger Mann schon meine Geschwister freundschaftlich zu begleiten in einer ständig bedrohten Athmosphäre der Unsicherheit vor elterlichen Erschütterungen. Im Gegensatz zu eigentlich allen Nachbarskindern, deren Eltern grundsätzlich sich für ihre Kinder einsetzten, »mein Sohn war das nicht, mein Sohn würde so etwas niemals tun«, war Mutter immer der Überzeugung, wir seien schuld. Und hätten es auch nicht anders verdient.

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