Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »NotierehiereinschönesGedicht«
mcnep schrieb am 14.11. 2002 um 21:22:13 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Nein, reimen muß sich so ein Gedicht nicht.
Es ist auch kein starres Metrum vonnöten
(vers libre)
Und es gibt sogar das Phänomen der Streckverse, die ziehen und ziehen sich manchmal hin, daß du dich fragst, wo das denn noch Lyrik ist.
Aber halt, hier war ja ein schönes Gedicht gefordert.
Bißchen Mondschein vielleicht.
Oder den Liebsten mit einem sanften Tier vergleichen
rumtrakeln von blauen Schwestern mit mohnigen Lidern.
Wird langsam Zeit, daß dies Gedicht in die Pötte kommt,
das ist ja bislang nicht mal ein schwacher Leslie Meier
wenn es an Atmosphäre fehlt, rettet ja manchmal ein pointierter Schlußsatz.
Ganz aus der Welt ist das Lehrhafte ja immer noch nicht
Aber Kind der 70er, das ich bin, ende ich hier einfach ohne erfüllte Erwartungen nach 14 Zeilen, ohne dich, Leser hier noch weiter zu quälen:
So nett kann ich sein.
Höflichkeitsliga schrieb am 16.7. 2002 um 20:37:46 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
dichten bis zum weltgericht
bis das die letzte zeile bricht
geschafft hat das noch niemand nicht!
Duckman schrieb am 22.1. 2002 um 00:32:46 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
das einzige schöne gedicht, dass ich kenne:
Slough
====== John Betjeman
Come, friendly bombs, and fall on Slough
It isn't fit for humans now,
There isn't grass to graze a cow
Swarm over, Death!
Come, bombs, and blow to smithereens
Those air-conditioned bright canteens,
Tinned fruit, tinned meat, tinned milk, tinned beans
Tinned minds, tinned breath.
Mess up the mess they call a town --
A house for ninety-seven down
And once a week for half-a-crown For twenty years,
And get that man with double chin
Who'll always cheat and always win,
Who washes his repulsive skin
In women's tears,
And smash his desk of polished oak
And smash his hands so used to stroke
And stop his boring dirty joke
And make him yell.
But spare the bald young clerks who add
The profits of the stinking cad;
It's not their fault that they are mad,
They've tasted Hell.
It's not their fault they do not know
The birdsong from the radio,
It's not their fault they often go
To Maidenhead
And talk of sports and makes of cars
In various bogus Tudor bars
And daren't look up and see the stars
But belch instead.
In labour-saving homes, with care
Their wives frizz out peroxide hair
And dry it in synthetic air
And paint their nails.
Come, friendly bombs, and fall on Slough
To get it ready for the plough.
The cabbages are coming now;
The earth exhales.
johnny schrieb am 26.1. 2002 um 23:33:05 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Die Ballade von den Vogelfreien
Autor: François Villon
Klaus Kinski rezitierte die Ballade unter dem Titel Verehrt und angespien
Vor vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben,
am heissen Ofen frier ich mich zu Tod,
wohin ich greife fallen nichts als Scherben,
bis zu den Zähnen geht mir schon der Kot.
Und wenn ich lache, habe ich geweint,
und wenn ich weine, bin ich froh,
dass mir zuweilen auch die Sonne scheint,
als könnte ich im Leben ebenso
zerknirscht wie in der Kirche niederknien...
ich, überall verehrt und angespien.
Nichts scheint mir sichrer als das nie Gewisse,
nichts sonnenklarer als die schwarze Nacht.
Nur das ist mein, was ich betrübt vermisse,
und was ich liebte, hab ich umgebracht.
Selbst wenn ich denk, dass ich schon gestern war,
bin ich erst heute abend zugereist.
Von meinem Schädel ist das letzte Haar
zu einem blanken Mond vereist.
Ich habe kaum ein Feigenblatt, es anzuziehn...
ich, überall verehrt und angespien.
Ich habe dennoch soviel Mut zu hoffen,
dass mir sehr bald die ganze Welt gehört,
und stehn mir wirklich alle Türen offen,
schlag ich sie wieder zu, weil es mich stört,
dass ich aus goldnen Schüsseln fressen soll.
Die Würmer sind schon toll nach meinem Bauch,
ich bin mit Unglück bis zum Halse voll
und bleibe unter dem Holunderstrauch,
auf den noch nie ein Stern herunterschien,
François Villon, verehrt und angespien.
Schreibakteur schrieb am 27.2. 2011 um 16:30:15 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Dieses Gedicht, es ist so schön,
nie hat man schöneres geseh'n!
Wer das bezweifelt, das ist klar,
noch nie ein Freund des Schönen war.
Nun mag man mir hier widersprechen,
mag sagen, es reize gar zum Brechen,
weil selbst das Versmaß ich nicht halte,
und dann auch noch beim Reimen ich versage.
Doch wer dies sagt, der hat nur nicht
verstanden dieses Kunst-Gedicht.
Denn jeder Fehler, das ist klar,
in Wahrheit beabsichtigt war.
Wer mir's nicht glaubt, ist selber schuld.
Wer sagt, mir fehle die Geduld,
hier ordentlich was hinzureimen
und das Versmaß einzuhalten,
der mag zwar glauben, er hat recht,
doch reime ich nur deshalb schlecht,
weil ich es gar nicht besser kann,
ich meinte natürlich: obwohl ich's besser kann,
weil doch das Brechen aller Regeln
Kunst ist, oder etwa nicht?
Wer sagt, Gedichte müssten schön sein,
das Versmaß einhalten,
oder auch nur gleichlange Strophen enthalten?
Ich erkläre hiermit,
dass mein Gedicht große Kunst ist.
Und ob ich es besser könnte,
ist ohnehin unerheblich,
weil
das Gedicht ohnehin
für sich
steht.
Und damit es auch wirklich
kunst ist,
breche ich hiirmitt auch nochh
di Reggeln der Rächtschribung.
Und wehe, es sagt jetzt jemand,
das hier sei keine Kunst.
Dann räche ich mich nämlich
mit noch so einem grauenhaften Gedicht!
Und das will hier wohl keiner, oder?
Na also.
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