Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Praktikant«
Robert R schrieb am 13.10. 2003 um 07:10:52 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
... der Niese setzte noch einmal an, bot alles auf was er zu bieten hatte. Doch er störte sich nicht weiter daran, rückte die Kapuze zurecht (die rutschen immer so schnell wieder runter) und trotte weiter.
Die Stelle, in der er diese Woche sein Praktikum angefangen hatte, lag in einem abgelegenen Viertel der Stadt. Ihm wurde von Tag zu Tag mulmiger bei dem Gedanken an seinen viermonatigen Aufenthalt in diesem „Unternehmen“. Und im Laden hatte es dann Klick gemacht – er brauchte immer lange um herzufinden was er wollte, aber Sachen die ihm nicht zusagten, stehen bei ihm schnell fest.
So lief er jetzt die Straßen lang (die Zigarillos noch in der Tasche) und bewegte sich, unbewusst, immer weiter aufs Zentrum der Stadt zu. Früher, als er noch neu hier war, fand er sie abstoßend. Er war andere Verhältnisse gewohnt: kleiner, auf jeden Fall grüner und nicht so rau. Doch seine Einstellung zu der Stadt wandelten sich langsam...
Hinter dem kleinen, wohlsortierten Regal im Laden trat eine junge Frau vor. Der Ladebesitzer und die Frau kannten sich. Sie kam oft hierher. Mit ihrer natürlich, offenen Art ist sie dem Verkäufer schnell liebenswert geworden. „Hallo Dena, na wie immer?“ Sie nickte, und er verschwand im Hinterzimmer um gleich darauf mit zwei Flaschen Sojamilch vor ihr zu stehen. „Lang nicht mehr hier gewesen...“ Sie hätte in letzter Zeit fiel zu tun, beschäftige sich grad mit ihrem Vordiplom, und würde deshalb oft einfach die Zeit vergessen.
Dann kramte sie in ihren Westentaschen, holte ein wenig Kleingeld heraus, und stopfte in die selben Taschen, die dafür eigentlich viel zu klein waren, die Flaschen.
Auch sie zog sich, wieder auf der Straße, eilig die Kapuze auf über den Kopf.
Robert R schrieb am 15.10. 2003 um 23:58:48 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
JAZZ?! Jazz zählte momentan zu den Sachen die sie sich bestimmt nicht antun würde. Und dann auch noch die anstrengende Sorte; die in der immer so ein endloses Solostück einer Trompete vorkommt. Das Radio hatte sie eigentlich auch nur reflexhaft eingeschaltet. Also wieder aus.
Sie öffnete das Fenster, setzte sich in ihre Sitzwanne und murmelte sich in die Decken ein. Sie hatte zwar schon leichte Anzeichen einer Erkältung, wollte aber nicht auf dieses angenehm schaurig kalte Gefühl verzichten...
Neben der Wanne standen eine fast leere Flasche Bier (die wohl nicht mehr ausgetrunken werden würde), eine grade aufgekochte Tasse Kakao und ein Glas mit gezuckerten, zerdrückten Limetten – ob wegen der Vitamine oder des Geschmacks hätte sie nicht mit Bestimmtheit sagen können...
Sie löschte das Licht. Draußen war eine sterneklare, mit einem abnehmenden Vollmond versehene, Nacht. Sie hörte von weiten eine Straßen-, oder war es eine S-Bahn, um die Ecke biegen.
Von ihrem Standpunkt konnte sie sowohl über die Dächer, als auch anderen Menschen, wenn schon nicht in die Zimmer hinein, doch auf die Fenster schauen. Sie fing an sich Geschichten zu den einzelnen Fenstern, besser gesagt zu den Leuten dahinter, auszugrübeln:
- gegenüber, in der zweiten Etage rechts, spielen fünf junge Erwachsene ACTIVITY
- diagonal über den Spielern, streitet sich ein Ehepaar
- das Haus zu ihrer Linken, Erdgeschoss – ein Hund (er heißt Pelle) erhält grad sein Fressen und stürzt sich gierig darauf
- in der Wohnung neben ihrer eigenen lieben sich zwei Menschen; es geht nicht nur um den Austausch von Körperflüssigkeiten, sie sind sehr zärtlich zueinander, und wollen es den Anderen auch spüren lassen
Langsam schweift sie mit ihren Gedanken ab. Ihr kommen Personen in den Sinn zu denen sie Bezug hat. Ihre Familie, liebenswerte Bekannte, Freunde...
Mit einem glücklich, unbeschwerten Lächeln sitzt sie da und fängt langsam an zu frösteln...
Robert R schrieb am 20.10. 2003 um 21:31:21 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Fast wieder so einer von den typischen Tagen wie er sie mochte. Doch nur fast, wäre da nicht diese surreale (aber schöne) Begegnung gewesen.
Er war unterwegs. Hatte wie so oft seinen Walkman bei. Wie so oft hatte er vergessen die Akkus rechtzeitig aufzuladen, sodass nach kurzer Zeit die Kassette erst anfing zu lallen sich dann aber auch schnell von selbst abschaltete. Dies war für ihn eh kein großer Verlust – denn er hatte seit einigen Tagen nur zwei Tapes bei, die ihm dann, nach dem x-ten mal hören, anfingen zu langweilen.
Die Dinge, die er erledigt haben wollte, waren getan. Er befand sich auf dem Nachhauseweg. Und in der U-Bahn stand sie dann plötzlich neben ihm. Er konnte sie gleich wieder einordnen – er hatte sie vorgestern in dem kleinen Laden, wo er die Zigarillos gekauft hatte, gesehen. Er hatte sie, trotz der Tatsache das sie hinter dem Regal stand, entdeckt. Sie hatte etwas an sich was ich sehr reizte. Ihr ganzes Äußeres fand er sympathisch, ja interessant. Und ihre braunen Augen...
Menschen die ihn kannten, würden ihn nie als schüchtern ansehen. Doch Fremden gegenüber, wusste er immer nicht so recht wie er sich verhalten sollte. Also blieb er still.
Dann, als er ausstieg, war sie es, die ihn ansprach. Zigaretten? Nicht grad innovativ, aber doch mehr als er zustande brachte. Dann sein sehr seltsames rumgestammel, seine komischen Bewegungen, und zum krönenden Abschluss noch dieser Knuffer. Und dann einfach „weggelaufen“. Einwandfrei selbst ins Aus befördert.
Aber die Zigaretten waren doch eindeutig eine Anspielung (versuchte er sich jedenfalls einzureden).
Nun saß er zu Hause und überlegte sich all die Sachen die er hätte zu ihr sagen können...
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