Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Spießer«
Grimbert schrieb am 30.11. 1999 um 20:19:03 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Spießer sind Leute, die auf jede Frage eine Antwort wissen und meinen, diese auch möglichst symbolhaltig, einzigartig und als etwas noch nie dagewesenes inszenieren zu müssen.
Als da wären:
Handybesitzer, Inlineskater, Bürgerinitiativbewegte, Mountainbikefahrer, Muskelprotze, Besitzer getunter Autos, Schnulzen- und Schlagerfans jeglicher Couleur, Kitschsammler, Mercedesfahrer, übertriebene Tierliebhaber, Plutokraten, Beschäftigte in privaten Wachdiensten, Waffennarren, Emanzenhasser, TV-Einkäufer, Sauberkeits- und Ordnungsfanatiker, Kaffeklatscher, Leute, die behaupten sie würden »dazu stehen«, wenn sie fahrlässig Popanz von sich geben, Modepüppchen und künstlich gebräunte, Konfektionisten, Nationalisten und Kulturzentristen, Death-Metal-Fans mit bösem Blick, Böhse Onkelz-Fans, Okkultisten, Talkshowschwätzer, Pappnasen, Markenklamottenexhibitionisten und alle, die im Internet schon einmal für eine Pornoseite gezahlt haben.
Schwuler Rapper schrieb am 13.5. 2004 um 02:08:36 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Alle Achtung: Morgen nämlich fahre ich zurück nach Thüringen, und ich werde Milchkaffee in diesem einen Studentencafe trinken, und süßen Früchtetee in der Jugendherberge, und es wird Reis mit Letscho geben, und ich werde durch die Jenaer Innenstadt schlendern, zu Diska, zu Tegut, zum Campus, zu meinen letzten Wohnhäusern, und es wird gut sein. Mein Kreislauf spinnt manchmal rum, ich habe leichte Anflüge von Benommenheit, die mich aber der Umstände wegen ziemlich besorgen. Die Potsdamer Uni ist schlimm: Hippies, wohin man auch schaut, Männer mit Kinnbärten und Pferdeschwänzen, Frauen mit Friedenstauben-Buttons am Rucksack, und alle geben ständig lauthals Albernheiten von sich, und man ist umgeben von Wald und preußischen Prunkbauten, und ich glaube, ich muss mir das wohl wirklich noch mal überlegen, ob ich nicht vielleicht doch noch mal die Uni wechsle; die Zwischenprüfung in Soziologie schaffe ich wohl ohnedies nicht, da könnte ich auch noch mal das Fach wechseln. Meinen dicken Sony-Kopfhörer muss ich endlich reparieren lassen, und den Akku des MP3-Players austauschen, und ich habe noch immer kein Gras, allerdings, mit diesen Kreislaufkaspereien ist das wohl auch doof; habe heute schon den Joint gleich weitergegeben und mich weiter meinem Milky Way Erdbeerdrink gewidmet.
Irrfisch schrieb am 27.9. 1999 um 22:12:36 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Die größten Spießer sind diejenigen, die partout kein Spießer sein wollen.
(Mir ist im Moment entfallen, von wem diese Aussage stammt. Sie hat allerdings, meiner Erfahrung nach, einen sehr hohen Wahrheitsgehalt: Diejenigen, die am lautesten gegen die »Spießer« wettern, nehmen später im Leben genau diese spießigen Eigenschaften an, die sie einst verdammt haben. Deshalb habe ich nix dagegen, wenn ich bei mir selbst oder bei Freunden leichte Ansätze von Spießertum erkennen kann - wenn man's denn merkt, ist das die Chance, etwas dagegen zu unternehmen oder dazu zu stehen. Ist irgendwie wesentlich ehrlicher.)
fuckup.homeunix.net schrieb am 25.6. 2003 um 22:14:51 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Das ist mir passiert: Es ist der 31.05.2003, ein fast schon zu warmer Tag. Was mir jedoch mehr unbehagen bereitet ist die sich steigernde Mittagsschwühle, welche mir beim abendlichen Inlineskaten beinahe das Vergnügen beeinträchtigt. Ich chille mich also nach einer absichtlich umwegigen Strecke zum Park bei der Haltestelle Luegalle (ich hatte mir am Kiosk gegenüber von Hallo Pizza Papers geholt) unter einen Baum, weit abseits von den spielenden Kindern an den Klettergerüsten. Ich entscheide das es mir mehr Quan einbringt wenn ich mich zwar offensichtlicher plaziere, aber dafür einen schöneren Ausblick genießen kann. Das beinhaltet aber leider auch einen direkten Verbindungsweg vom Eingang *** bis zum Eingang *** ca. 20 Meter enfertn vor der Nase zu haben, und damit den Blicken aller dort vorbeigehenden Passanten ausgesetzt zu sein. Ich spekuliere das das gemeine Fußfolk aus hauptsächlich interessierten jungen Menschen, sprich Gaffern und Starrern, ein paar Rentnern, und sonst noch ein paar nicht erwähnenswerten Randgruppen bestehen würde. Auch während ich so da sitze, und sorgsam den Zuhause vorbereiteten Joint aus der metallenen Hülle des leergemachten Eddings ziehe, stelle ich mir vor wie ich mit einer Frau rede, und sie höflich, auf eine nette Weise, dazu auffordere mir zu sagen warum sie es schlimm findet Tüten zu rauchen. Ich würde ihr erklären wie ich die Dinge sehe; Gründe, die durchaus stimmen*, wie zum Beispiel die Schädigung der Gesundheit, bin ich bereit in Kauf zu nehmen, da ich denke, dass die positiven Aspekte der Aktion mir letztendlich mehr Quan einbringen, als negative Aspekte der Aktion mir negatives Quan aufdrücken. Sie (und jetzt fällt mir auf das sie eigentlich ein Mann ist) hat jedoch nicht einmal Gründe warum es ihn stört (ich könnte es ihm ja schon sagen, aber glaube würde er mir ja doch nicht), aber trotzdem mault er mich an. Wenn ich bereit bin alle negativen Aspekte des InEinemÖffentlichenParkPaffen einzugehen, schrenke ich ihn in keinster Weise ein, also warum tut er dies so massiv mir gegenüber? Er bekommt sein Quan durch Umhergelaufe im Park, ich meins durch Inlineskaten und Paffen im Park. Ich traue mich nicht ihm zu sagen das es verwerflich ist wenn er auf meine Kosten durch rumgemotze ein paar Fünkchen Quan erreicht.
Wie auch immer, ist ja nur eine was-wäre-wenn Überlegung die dazu beiträgt mir ein genaueres Bild von der Welt zu machen. Ich habe natürlich schon längst einen großen Teil des Joints in Asche verwandelt, und bemerkt wie ausschweifend meine Überlegungen schon wieder waren. Der Mann in meinem Scenario hatte mittlerweile das Gesicht eines ründlichen Rentners, der inzwischen vom Anfang des Parks bei den Klettergerüsten den Weg bis nach fast ganz Hinten, zu mir, gemacht hat.
Zwischendurch hatte ich mir immer wieder die unterschiedlichsten Passanten angeguckt. Ich wollte nicht das zufällig ein Bulle, ein Kind, ein verbitterter Rentner, oder irgendwelche potentiellen Polizeianrufer vorbeikommen. Ich hielt es nicht für wahrscheinlich, und war dementsprechen entspannt, aber... nur für den Fall. Der Sinn der Beobachterei änderte sich schnell als mir die unterschiedlichen Reaktionen der Leute auffielen. Da waren zum Beispiel die, die erst interessiert hingeguckt haben, dann jedoch, als sie bemerkten das das keine gewöhnliche Zigarette in meiner hand war, ruckartig und peinlich berührt wegsahen. Die Starrer konnte ich nur angrinsen, manchmal schaffte ich es aber ihnen direkt in die Augen zu sehen, und sie so zu verscheuchen.
Plötzlich bemerke ich das der oben erwähnte Rentner immer noch auf dem Weg ganz in meiner Nähe rumlungert. Als ich ihn angucke dreht er sich weg und geht einige Schritte in Richtung ***. Ich denke mir nichts weiter und habe ihn schon längst abgetan als ich merke das der Rentner sich mit einem FahrradFahrPaar versammelt hat, das mich bereits 2 mal passiert hat. Ich werde stutzig. Immer öfter gucken sie in meine Richtung, doch gucke ich hin, schauen sie schnell weg. Wie erwartet. Langsam wird es auffällig, auch wie ich sie anstarre. Die Fahrradleute scheinen sich nun endlich von dem alten Sack getrennt zu haben, als ich merke das sie ihre Fahrräder zu einer Gruppe von auf-Parkbänken-sitzenden Omas schieben, dessen Blickwinkel ich mich schon bei meiner Platzierung, geschickt hinter einer voluminösen Baumgruppe, entzogen habe. Erst jetzt erkenne ich das der Sack, immer noch an der gleichen Stelle stehend, ein Handy gezückt hat. Als er es dann zum Ohr führt, mache ich mich auf den Weg, den Joint hatte ich geschickt getimed.
Mit offenen Skates fahre ich den leicht schottrigen Weg zu den Treppen, an dessen Spitze ich mir selbige zumachen wollte. Hauptsache etwas weg von den Säcken. (Zu der Zeit hatte ich tatsächlich kaum darüber nachgedacht ob er wirklich die Bullen gerufen hat o.ä., aber die Tüte war weg und ich hatte Lust auf Skaten). Nach einigen Metern auf meinen nun zugeschnürten Schuhen fällt mir dann auf das die einzigen Schoner die ich mitgenommen hatte noch unter dem Baum lagen, unter dem ich eben noch gechillt hatte. Unten angekommen kann ich das Paar und den Sack nicht mehr sehen. (Ich dachte nicht mehr daran zu den alten Hühnern auf den Bänken zu gucken, wie gesagt, hab da eh nicht so drüber nachgedacht).
Auf dem Rückweg dann, ein kleiner Schock. Plötzlich fährt von hinter mir ein Polizeiwagen mit (meine ich jedenfalls) Blaulicht, aber ohne Sirene. (Jetzt da ich nicht mehr so breit bin, weis ich nicht ob ich nicht etwas grasbedingt-paranoid war). Ecke Niederkassler Straße/Niederkassler Kirchweg treffe ich dann auf Alina, die zufällig gerade zu Tobi fährt. Geschafft von der Hitze, dem Skaten unter Einfluss von THC, dem Schock und der Paranoia die mir die Streife eingeflößt hat, konnte ich dann kaum noch klar denken (geschweige denn reden), und hatte auch, so geschafft wie ich war, keinen Bock mehr meinen eigentlichen Plan, skaten-kiffen-skaten-telefonieren-ZuTobiGehen, auszuführen. -Vielen Dank liebe Spießer, ihr habt mich sehr genervt. --Luke
*natürlich nur die die mir bekannt sind
Quelle: http://fuckup.homeunix.net/index.php?ArschlochSpiesser
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