Selbstdefinition
Bewertung: 2 Punkt(e)Er im Wasser, sein Rücken mit erhobenen Armen, sein breites Grinsen, sein abruptes Auflegen - ich bin nur noch ein Puzzle von Erinnerungsbruchstücken, die ich zusammenfüge zu einer Fernwehikone
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| Der erste Text | am 21.12. 2000 um 21:23:07 Uhr schrieb Zendo über Selbstdefinition |
| Der neuste Text | am 26.8. 2023 um 04:17:37 Uhr schrieb schmidt über Selbstdefinition |
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am 12.11. 2002 um 08:34:19 Uhr schrieb
am 8.2. 2016 um 09:13:55 Uhr schrieb
am 9.9. 2021 um 08:58:12 Uhr schrieb |
Er im Wasser, sein Rücken mit erhobenen Armen, sein breites Grinsen, sein abruptes Auflegen - ich bin nur noch ein Puzzle von Erinnerungsbruchstücken, die ich zusammenfüge zu einer Fernwehikone
ich habe angst . ich bin allein . ich will aus meinem schneckenhaus herraus . ich koennte , wenn ich wollte , glaube ich schon was aus meinem leben machen . hab' alles gesehen , war schon einmal halb um die welt - aber nach einem zu hause sehene ich mich schon . ich fluechte , wovor weiss ich nicht . mir selbst ? soll ich mich meinen aengsten stellen ? haette es denn ueberhaupt einen sinn , wird jemand da sein , um mich aufzufangen ? fallschirm , das waere's , was ich braeuchte - oder kann ich mir selbst helfen ?
confused - sehr durcheinander
Selbst definieren kann sie sich nicht, die Fortsetzungsgeschichte.
Für tootsie
Da geht er hin - geschäftsmässig wie ein Banker durch die Frankfurter City bewegt er sich durch die Universität, die seit langem kein bunter Käfig voller Narren mehr ist. Er hat sie durchschaut, kennt sich aus, weiß Bescheid: wo man was ißt, wo man Kaffee trinkt, und mit welcher Linie man vormittags, nachmittags und abends fährt. Er kennt die Sekretärinnen, diese graumäusigen Herrscherinnen, die angestrengten Assistenten, die müden Professoren. Wo man hingeht, und wo man einen Bogen machen sollte. Das legendäre Skript von Dr. Weissnichtmehr »Methodik der Odersologie«, mit dem man den Schein in der Tasche hat, und das es nirgends mehr gibt - er hat es. »Gib mir Deine email, ich schicks Dir heute abend als pdf. ... Ach nein danke, ein andermal, ich muß noch zu Dr. Keinraff wegen meinem Sowiesologieschein.« Ihm macht keiner mehr etwas vor an dieser Faktultät, an diesem Institut, in diesem Fach. Er arbeitet planmässig, wie in einer Fabrik (»Lernfabrik«), hat seine fixen Zeiten, 3/4 seiner Zeit ist fest verplant. Er denkt schon Ostern ans Wintersemester, und aus dem Wust der Skripten, Kopien und abgegriffenen Lehrbücher sieht er klar und deutlich auf das Examensgebirge, mit seinen klaren, deutlichen Konturen; kein Nebelhauch des Nichtwissen, nicht die geringste keine Ahnung mehr stört seinen Blick. Mit leiser, manchmal sogar liebevoller Verachtung sieht er auf die Kommilitonen herab, die den Putristik-Schein im dritten Anlauf immer noch nicht gepackt haben, in der Mensa Fisch essen und immer wieder Ärger mit dem BaFöG-Amt haben - das hat er alles hinter sich. Er hat es im Griff. Und auch sein Leben hat er im Griff. Er hat in sich gehört, seine Freiheit genutzt, sich den Fragen seiner Seele gestellt und eindeutige Anworten gegeben, wenn es auch nicht immer leicht war. Er weiß, wer er ist, und wo er hingehört. Nur dann und wann, wenn er Weihnachten nachhause fährt beispielsweise, dann überkommt ihn so ein Gefühl der Leere und der Sinnlosigkeit. Das Abenteuer des Abiturienten ist vorbei, das des Examens und der Promotion noch nicht ganz da: Burnout des tapferen Schneiderleins im Hauptstudium. Geht ganz schnell von alleine vorbei. Nur Mut !
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