Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Alptraum«
mcnep schrieb am 12.9. 2004 um 21:27:27 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Ich liege bäuchlings gefesselt auf einer Pritsche. Meine Beine sind auseinandergespreizt, in meinem Mund steckt ein Ballknebel. Ein Mann, man sagt redensartlich ein Kerl wie ein Schrank, betritt den dämmrigen Raum. Er trägt nichts als eine Art Lederschurz, wirkt jedoch durch seine extreme Körperbehaarung wie in Fell gewandet. »Jetzt wollen wir uns mal um Dich kümmern, Du geiles Stück Scheiße«, knurrt er mit einem nachtschwarzen Bass. Er fährt die elektrisch steuerbare Pritsche herunter, bis sie fast am Boden angelangt ist, und beginnt geräuschvoll und mit einem kraftvollen Strahl auf mich zu urinieren. Die Liege fährt wieder höher und neigt sich leicht. Dann beginnt er rücksichtslos, meinen Anus zu weiten und durch die Spiegelung einer gegenüberliegenden Scheibe, es ist wahrscheinlich ein Einwegspiegel, sehe ich, wie er sein enormes Glied hart knetet, um sich dann in unglaublicher Vehemenz Zutritt zu meinem Allerheiligsten zu verschaffen.
Plötzlich löst sich die Szenerie auf, ich spüre ein Streicheln am Arm, ich tauche aus den Bildern auf und die Stimme meiner Frau sagt: »Willst Du nicht langsam aufstehen? Leon und Jessica müssen in einer Dreiviertelstunde im Kindergarten sein, und anschließend wollten wir doch noch in den Baumarkt...« Zum Glück erwache ich in diesem Moment schweißgebadet.
Aurian schrieb am 14.6. 2000 um 16:06:56 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Bettgeschichte
Warum soll man nachts mit den Füßen unter dem Bettzeug schlafen? Es gibt nur einen plausiblen Grund dafür. Die Geborgenheit. Die Zuversicht am nächsten Tage wieder an der selben Stelle wieder aufzuwachen, wo man sich abends zu Ruhe begeben hat.
Erschöpft aber glücklich legst Du dich nieder. Draußen ist es schon düster. Der Mond scheint heute Nacht nicht zu existieren. Er erhellt nicht diese kalte, regnerische Dunkelheit. Aber Du liegst wohlbehütet in deinem Schlafzimmer und bereitest Dich auf eine kraftgebende Nacht vor. Du weißt, das Dein Körper sich heute abend erholen wird. Du freust Dich auf die neue Energie. Beruhigt schaltest Du das Licht der Lampe aus und fällst langsam in einen Dämmerzustand, der dann in einen tiefen Schlaf übergeht.
Während Deiner Reise in das Traumland, scheinst Du nicht richtig aufgepaßt zu haben. Irgendwo ist Deine Seele falsch abgebogen. Und einer Deiner Füße hat sich selbstständig gemacht. Liegt nun ungeschützt über der Decke, die dich noch so mollig wärmt.
Sinnlose, falsche Gedanken formen in Dir einen Zustand der Angst.
Du weißt plötzlich, das Du keine Chance mehr hat, zu entkommen. Dann spürst Du es plötzlich.
Du merkst, wie sich eine glatte, kalte schleimige Hand Deinen linken Knöchel packt, dich hinterzieht in das Reich der Monster und Dämonen.
Immer schneller und tiefer zieht es Dich hinein. Grauenhafte Gestalten machen sich an Dir zu schaffen. Wollen Deinen Körper, Deine Seele wollen dein Leben.
Der fahle Mond ist der einzige Zeuge. Du willst schreien, doch Dein Hilferuf bleibt Dir im Halse stecken, als Du die grüne, schleimige Kreatur mit den überlangen Tentakeln erkennst. Du siehst noch, wie sich sein riesiger Schlund öffnet und dich verschlingen will. Du beginnst krampfhaft zu rennen, in Panik rührst Du dich nicht von der Stelle. Dabei arbeitet Dein Körper wie wild. Möchtest überleben. Das Monstrum deiner Seele hat dich erwischt. Du hast Todesangst, Schweiß strömt Dir über die Stirn. Die Atmung ist beschleunigt. Fast krampfhaft versuchst Du dagegen zu halten. Aber auch dieser Versuch ist hoffnungslos. Es öffnet seinen Schlund, mit den spitzen Fangzähnen und Du weißt nun endgültig, daß dies das Ende für Dich ist. Das Monstrum will gerade seine scharfen Zähne in Dich treiben, als Deine Seele endlich und nach langen Suchen den richtigen Weg wieder gefunden hat. Sie hat den Ausgang erkannt und rettet Dich vor Deinem persönlichen Alptraum.
Mit letzter Kraft kannst Du die Augen öffnen und die Nachttischlampe ein- schalten. Deine Kehle ist staubtrocken. Die Nachwirkungen sind dir noch unklar. Erschöpft greifst Du zur Wasserflasche. Nimmst einen langen Zug in Dich auf. Schmeckst, wie das kühle Naß Dir die Speiseröhre hinunter strömt. Dann greifst Du zur Zigarette und zündest sie mit zitternden Händen an. Inhalierst den Rauch und füllst für einen Moment Deine Lungen mit ihm. Es schmeckt Dir nicht, aber hilft die Angst zu vertreiben. Mutig guckst Du unter Deine Decke, hoffst, das noch alle Teile deines Körpers vorhanden sind. Du hast Glück.
Alles ist noch dran. Beruhigt stößt Du einen Seufzer aus.
Du machst die Zigarette aus und löschst das Licht. Diesmal hoffst Du jedoch, auf eine traumlose Nacht ohne die Monster Deiner Seele. Halte Deine Füße unter der Decke, dann wird Dir nichts geschehen. Dann können sie dich nicht kriegen und Du hast eine Ruhige Nacht vor Dir. Andernfalls, finden sie Dich mein Freund, sie finden immer alle.
Ende
Hilarius schrieb am 18.12. 1999 um 15:55:42 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Heidi träumt auf der Alp. Der Oehi hat einen feuchten Traum. Peter heisst Aplanalp. Der Traum der Heidi handelt davon, dass ihr Name auch Aplanalp sei. Frau Aplanalp. Der Ohi träumt, dass er zuschauen dürfte, wenn Peter und Heidi Mann und Frau werden. Er ist ein altes Schwein. Heidi und Peter träumen vorerst nur, denn sie sind noch viel zu jung um zu heiraten. Peter treibt es mit den Ziegen. Sie sind nett. Ihr Fell ist weich und ihre Hörner sind spitz. Wie Peter, der ist auch ständig spitz. Der Pfarrer im Dorf hat gesagt, er solle sich abkühlen im Bergbach. Seit dem ist Peter blitzsauber, nicht wie der Oehi, der stinkt wie ein Ziegenbock. Der Ziegenbock heisst »Josef Munzinger«, das ist der Name des ersten Schweizer Bundespräsidenten. Er ist ein Held, der Bock, er bespringt die Ziege »Johanna« fünfmal am Tag. Der Oehi meint, der alten Fräulein Spiry, die letzthin ein Buch über sie geschrieben habe, würde das auch gut tun. Auf der Alp ist Gottes Segen, hat der Oehi gemeint, nur das Fräulein Schriftstellerin hätte nur das Schreiben im Kopf gehabt. Schade, denn er hätte ihr gerne gezeigt, wie man hier oben mit den Glocken läutet, und ihr den Schwengel gezeigt. So ein Schwein! Dabei sind hier alle so religiös: Heidi hat eine weisse Kommunionskerze. Sie zündet sie nie an, denn sie träumt von Peter, dazu braucht sie kein Kerzenlicht, aber die Kerze. Der Oehi ist müde vom träumen. Er geht ins Tal. Dort im Dorf Meienfeld hat es eine Wirtschaft. Sie heisst »Zum Wilhelm Tell« dort säuft der Ohi sich gerne einen an. Dann erzählt er grässich langweilige Witze. Die Wirtin Marieli bringt dann immer noch Bier und Wein, denn dann schläft der Ohi. Dann Träumt er wieder. Von Marieli, der Wirtin. Der Oehi jodelt und singt das Lied vom »Wirtshaus an der Lahn«, das er von Heidi, als es aus Frankfürt zurückkehrte, gelernt hat. Es ist ein ziemlich unanständiges Lied. Die Kühe erröten. Eine Kuh kotzt. Sie hat gestern den Schnapsvorrat der Alphütte geleert. Dumme Kuh. Sie ist blau. Wegen dem Lied errötet jetzt auch sie. Der Oehi staunt. Eine lila Kuh! So ein Alptraum.
MechanicalBoy schrieb am 19.9. 2002 um 23:48:58 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
basti2@t-online.de schrieb am 21.10. 2001 um 22:00:05 Uhr über
Endzeitromantik
Es ist doch romantisch, wenn man weiß, daß gleich morgen alles zu Ende ist und daß man live dabei sein kann.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Uha, das erinnert mich wieder an den Traum den ich neulich hatte:
Er spielte in der nahen Zukunft, so vier fünf Jahre vielleicht, keine Ahnung. Jedenfalls war die Erde da total am Arsch (nicht sehr realistisch, ich weiß) und zwar so total, daß durch die Überhitzung bald alle sterben werden, ich weiß es gar nicht mehr genau, es war etwas verworren. Ich glaube die Erde war irgendwie aus der Umlaufbahn geraten und näherte sich der Sonne.
Naja, Blödsinn halt, aber dieser Gedanke des unabwendlichen baldigen Todes, die steigende Hitze, die dumpfe Verzweiflung, puh-ha. Ich war echt ziemlich fertig mit den Nerven als ich aufwachte.
Der Traum hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit einem anderen Traum, den ich hatte als ich um einiges jünger war, und zwar hatte ich diesen Traum ziemlich häufig.
Es ging darin hauptsächlich um eine ganz ganz ganz unbeschreiblich lange Ziffernfolge die sehr schnell weiter gezählt wurde. Eine ganz bestimmte Zahl, bzw. Ziffernfolge stellte irgendwie mein Leben dar, oder die Chance für mich geboren zu werden. Und diese Ziffernfolge hielt eben genau bei dieser Zahl an. Eigentlich ja ein Grund mich zu freuen, könnte man denken, aber ich dachte nur daran, wie unbeschreiblich unwahrscheinlich es war, daß es ausgerechnet diese Zahl getroffen hatte und daran, daß wenn sich die unvorstellbar lange Zahl auch nur um eine Stelle weitergedreht hätte, ich nicht existieren Würde.
Das war das eigentlich schlimme, der Gedanke an die eigene Nichtexistenz. Ich glaube das war einer der ganz wenigen Augenblicke in denen ich ernsthaft drohte den Verstand zu verlieren. Aber dazu ist es wohl nicht gekommen (vielleicht).
Ich denke es gibt wohl bei den meisten Jugendlichen eine bestimmte Phase in der sie besonders intensiv mit dem Gedanken an die eigene Vergänglichkeit konfrontiert werden, insofern wohl nichts Besonderes das Ganze. Aber es ist der schlimmste Alptraum an den ich mich erinnern kann. Komisch ist dabei eigentlich, daß, wenn ich im Wachzustand über den Tod nachdachte, ich die Vorstellung ein naher Verwandter von mir könnte sterben immer viel schlimmer fand, als den Gedanken an den eigenen Tod.
lynx schrieb am 8.12. 2000 um 12:05:08 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Neulich musste ich durch eine Fussgängerunterführung. Die, die ich meine, ist ein langes, metallenes Rohr, durch das sich ausser den Passanten, die sich gelegentlich an diese einsame Stelle an der A81 verirren, nur noch die Zugluft bewegt. Selbst Ratten wurden nur selten gesehen. Da es draussen noch dunkel war (kein Wunder, war es doch der 28-01-2000), gab es nicht mal einen Lichtschein am Ende der Röhre, der mir tröstend entgegenschimmern hätte können. So zählte ich, um mich abzulenken, und um mir die Zeit, die ich in der Röhre verbringen musste, so kurz wie möglich zu gestalten, die Neonröhren, so, wie ich es immer tat, wenn ich, was glücklicherweise selten genug vorkam, an dieser einsamen Stelle vorbeimusste. Mindestens die Hälfte der Neonröhren war jedoch ohnehin ausgefallen, und das Flackern von bestimmt einem Dutzend anderen kündigte das Ende des Tunnels noch nicht einmal andeutungsweise an. Das Zählen wurde von dem stroboskopartigen Effekt, den das Flackern in der feuchten Röhre verursachte, nicht gerade erleichtert. Im Gegenteil, es verursachte ein leichtes Pochen in den Schläfen, das jedoch mit jeder Unstetigkeit des TL-Lichts zunahm. Der Absinth, den ich mir, mehr oder weniger gezwungenermassen, genehmigt hatte, fing an, seine Albernheiten mit mir zu treiben. Der Weg nach Hause war noch weit. Ich versuchte, mich innerlich möglichst unbeirrt zu geben.
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