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Der erste Text am 14.5. 1999 um 13:10:50 Uhr schrieb
Heynz Hyrnrysz über Krieg
Der neuste Text am 12.8. 2026 um 15:40:45 Uhr schrieb
Yadgar über Krieg
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am 17.8. 2006 um 13:34:33 Uhr schrieb
at work über Krieg

am 2.3. 2003 um 15:35:08 Uhr schrieb
biggi über Krieg

am 31.1. 2005 um 20:56:02 Uhr schrieb
andu über Krieg

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Krieg«

Weltmensch Sphaera schrieb am 19.4. 2000 um 13:29:41 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 11 Punkt(e)

Krieg . 60 000 menschen . frankreich/deutschland .

Vor einem jahr war ich auf einem kriegsschauplatz , in frankreich . ich habe mich von der sich an ruinen aufgeilenden gruppe abgesetzt um alleine mir dieses ortes bewußt zu werden . alles lag friedlich vor mir , aber ich erlebte diesen krieg , das sausen der bomben , diesen ohrenbetäubenden lärm der gewehre ... . die sonne scheint auf die schützengräben , sie hat das blut längst getrocknet . ich berühre eine mit weißer farbe geschriebene , in altdeutsch mitfehlern“ geschriebe zeile : „in andenken an unseren gefallenen kameraden“ .
Dieser mensch ist tot , ein junger mensch .
Und ich dachte erschüttert :
man kann einem menschen alles nehmenzuhause , familie , freunde und verwandteund das LEBEN !!! alles , was einen menschen ausmacht und was ein leben würdig macht . und wer macht das ??? dielieben mitmenschen“ !und warum ? weil erein feindist !
Und warum ist jemand ein feind , mir ein feind , jemand , den ich noch nie zuvor gesehen hatte ...

Dieser mensch , der doch ein mensch wie ich es bin ist , mit armen und beinen wie ich sie habe und mir in der gestalt vollkommen ähnlich , der ist für mich plötzlich ein feind , weilmeine regierunges so will . und warum will sie das ? ich kann doch diesen menschen ganz gut leiden , finde ich - so wie er vor mir steht . und ich soll ihn töten ? einfach so ? er hat mir nichts getan , außer daß er eine andere sprache spricht und sich meinetwegen anders kleidet . oder käse statt wurst zum frühstück isst . ist das ein grund ihn zu töten ? nein , wirklich leuteich habe nichts gegen diesen menschen ! und ihr sagt mir ich solle ihn töten als ob er ein ungeziefer , eine ratte sei ? ich habe auch nichts gegen ratten , sie haben mir nichts getan . sie leben meinetwegen im keller und fressen das , was ich ihnen (gern ) übriglasse . und ihr vergleicht diesen menschen , der auch ein „geisiges wesenist , mit einer ratte ? mit einem tier ? feind=tier=ungeziefer=töten ? entschuldigung , aber diese rechnung hat einen kleinen hakensind wir menschennur so mal rein biologisch gesehennicht auch tiere ? ich töte ein tier , weil ich sein fleisch esse und weiterlebe . ich töte genau so viel , wie ich zu einem angemessenen leben brauche . genau wie jedes andere fleischfressende tier auch . soll ich diesen menschen zum essen töten ? ihr befehlshaber seid ja anscheinend auch keine kannibalenalso warum sollte ich ihn töten ? ach , weil er mich sonst tötet ? interessant . und warum sollte er ?
Ach , weil ICH sein feind bin ? interessant . ich habe diesem menschen nichts getan , ich sehe ihn heute zum ersten mal . warum sollte er mich töten wollen ?
Ach , seine regierung hat es ihm befohlen , für sein land ? interessant . was hat denn sein land gegen mich ? ich habe seinem land nichts getan . ich war ja noch nicht mal in seinem land . und ich habe auch niemandem von der regierung was getan . wer kann auf mich also wütend sein ? ich habe auch niemanden , der mir was zuleide tun sollte . warum also dieser mensch , den ich heute zum ersten mal gesehen ... ? vielleicht bin ja dumm und verstehe das nichtaber wir hier , alsomein land“ – „wirsind doch christen , nicht wahr ? und wir haben das gesetz der religionsfreiheit , nicht wahr ? die befehlshaber , die sind doch auch chrsten , oder ? warum dieses zögerliche „ ....ähm ...jaaaa....“ ? ich stelle doch eindeutige fragen . ich habe zufällig gehört , daß jesus , euer heil , von nächstenliebe sprach . nicht vom nächstenmord ...oder will irgendjemand hier etwas dagegen sagen ... ? nun , da mir niemand widerspricht , so frage ich wieder : warum soll ich diesen menschen töten ? ich hasse ihn nicht , er hat mir nichts getan . ..........................................................................................................
.................................................................................................................................
................................................................ ihr wollt einen krieg begründen ? ich lache euch ins gesicht ! diese weltverbesserer ! ihr redet mit gespaltener zunge , sagtet ihr doch , „das leben eines menschen ist das höchste gut“ ! sein LEBEN UND seine WÜRDE ! das steht in den menschenrechten . das habt ihr geschrieben . ihr wollt nicht , daß ich euch die bibel zeige , wo ihr doch alle brave christen seid [ und euch schämt ] , so zeige ich euch eure eigenen zeilen . was , ihr wollt nicht dahinterstehen ? interessant . wenn ihr nicht hinter etwas stehen wollt , was ihr einmal gesagt , wenn ihr das verleugnet , so seid ihr folglich lügner zu nennen , oder ? das darf ich doch , wenn alle faktoren stimmen , oder ?ach , ihr sagt das sei eine ausnahmesituation ? interessant .
.......................usw.

egal , was , wer , wie , sagt : NIEMAND wird je einen krieg begründen können .

...aber vielleicht bin ich ja nur ein dummer bürger , der euren schlauen köpfen nicht gewachsen ist . vielleicht bin ich nur naiv zu glauben , daß ihr menschen euch je bessern werdet ............



die sonne brennt noch immer auf die alten grabsteine . die tunnel des schlachtfeldes führen mich tief hinein . ich habe jegliches zeitgefühl verloren . will nicht auf die uhr schauen , so friedlich ist der ort . aber mir kommt es so vor , daß , wenn ich mich umblicke mich das schreckliche szenario wieder in seinem ganzen ausmaß einholt . die flüchtenden soldaten , die gesichter verzerrt , die bomben .... . angst zu sterben und hier ganz allein zu sein habe ich nicht . dieser ort , die atmosphäre , sie wiegt mich in sicherheit und ich versuche all die widersprüchlichen gefühle , all die gedanken , die durch meinen kopf sausen , zu bändigen . jeden tag , jede´minute kann ein krieg ausbrechen . und ich laufe langsam und vorsichtig durch eine staubige welt , durch ein märchenland , das noch vor nicht so langer zeit so viel schreckliches gesehen hat ! jetzt wird mir es richtig bewußt , wieviel glück ich habe ! ich lebe . das reicht . „ich LEBE !!!“ das reicht für einen primitiven menschen .
und was ist mit dem anderen kriterium , der liebe ????
ICH LEBE >ICH LIEBE >ICH WERDE GELIEBT > SINN DES LEBENS !!!!!!!


Ich gehe weiter , erblicke vor mir eine herrliche anhöhe . diese aussicht !!!! wow , das habe ich gesucht ! ich klettere auf die felsen und lehne mich an das riesige weiße kreuz .[ sie sind also alle christen , soso . ( siehe oben ) ] das ironische lächeln geht in ein verklärtes lächeln über . diese aussicht !!! wow ! ich bin einfach überwältigt . ich sehe 2 länder unter mir . deutschland und fankreich .. zwei ehemals verfeindete länder , die um diesen ort hier gekämpft ! ich habe wie immer schreibzeug dabei . versuche zuerst eine kleine skizze zu machen , doch der wind reißt mir das paper fort und es fliegt kreiselnd zu tal . ich verfolge es mit den augen , mit eine gewissen bitterniß , weil ich nichts mehr habe , worauf ich schreiben kann . und ich ... ich WILL schreiben !...ich Muß schreiben ! ich finde
Ein kleines taschenbuch , es ist meine rettung ! es ist so klein , daß ich eine handflächengroße stelle zum schreiben habe . dann wolln wir mal ... gedanknen fließen in worte , ich fange sie nur , bringe sie zu papier ...


Warum ... ?

Nun frag`ich wiederwar´s wert ,
zu nehmen dieser Welt zigtausend Söhne ?
Beim Streben nur des Krieges Töne ,
Entsetzen in den Augen ,
Angstesränen immerfort ...
Kameraden sterben sehn ,
an seine Leistungsgrenze gehen ...
War`s tatsächlich 60 000 Leben wert ?

Für DIESEN Blick ,
Für DIESEN Ort
War es ein Kick ,
zu sterben dort ?

Ist Frieden nicht ein höh`res Ziel als Krieg ?
Nun ging es DIESEN Ländern nur um Sieg .
Neutral soll dies Gebiet hier bleiben,
dann würden nicht mehr splittern
der Seelen Scherben .
Glas , Land läßt sich flicken
Doch die Seele nicht !

Ein Mensch , der stirbt
Ist schon ein Mensch zuviel .
Kein Krieg verdient
Zu brechen das Lebensziel
Von Tausenden Meinesgleicher
Das macht kein Land reicher
Nicht Krieg wird gemieden
Sondern der Frieden
Wer will seine Zukunft so schmieden ?

Die große , leise Tränesie fließt
Der weinenden Mutter die Wange hinunter ...
Sie hat ihren Sohn so vermißt
Sein Kamerad bringt ihn ihr auf der Schulter
Sein lebloser Körperso steif und so kalt
Das Augenlicht längst erloschen
Sie sieht ihn jetzt - seit langer Zeit
Verdreckt und blutübergossen .
Die einst so stolze Uniform
Sie ist zu Fetzen zerrissen
Sie fragt sich : hat Krieg eine Norm ?
Man wird es schon noch wissen ...
Ihre Augen , des Grames voll
Sie spiegeln den Schrecken wider
Diese Augen die einst geblickt
Auf ein braves Mannskind nieder .

Was denkt diese Frau , die ihr einziges Kind
Gegeben hat – „für ihr Land“ ?

Sie vergißt alles Denken ,
denn Denken ist Schmerz
das läßt die Pein
in ihr blutend Herz .
nun ist sie allein
und alt dazu ...
(wer kommt in ihr Heim ,
sie zu pflegen hinzu ?)
Ihr Mann- längst tot ,
Verwandtelängst fort .
Sie ist allein , ihre Seele kaputt .
Ihr Haus einem Trümmerfeld gleich .
Was sucht sie noch hier , im Erdenreich ?

Nun wird es Zeit , sie ist bereit
zu empfangen die schwärze der Ruhe
zu gehen dahin , woher wir gekommen
DIESE Menschen haben ihr alles genommen
Es ist nichts mehr da , was wert wär zu leben
Sie ist bereitsie wird ihr letztes geben
Sie nimmt ihren Sohn liebevoll in den Arm
Ergreift seinen Dolch , von der Sonne warm
Man läßt sie gewähren , der Bitternis voll
Niemand weiß , was er machen soll
Ein paar Meter weiterdie gleiche Szene
Das Mädel wühlt in des [geliebten/ sterbenden] Jungen Mähne
Bald ist er erlöst von der Schmerzen Pein
Der Junge weiß , das Mädel bleibt sein
Sie weiß was zu tun ist , ergreift das Gewehr
Sie lädt es mit zitternden Fingern
Die Minuten des Sterbens verrinnen
Nun sind sie wieder zusammen ,
Wie schlafende Kinder vereint
Nur das sickernde Blut zeigt :
es ist nicht so gemeint
Wie Romeo und Julia
Noch zwei Menschen nicht mehr da...
Ein (weinend) Mädchen schreit
wach auf ,Papa´ !“
Und zerrt
Am leblosen Körper
Wer sagt diesem Kind ,
Was jedem ist klar ...

Und wieder frag ichwar es wert , zu nehmen dieser Welt zigtausend Söhne ?


..vielleicht wirst DU dir nach diesen zeilen gut überlegen , was du mit der macht machst , solltest DU sie irgendwann bekommen !!!

Sphaera

Das Gift schrieb am 31.3. 2003 um 12:06:20 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 6 Punkt(e)

Wie man weiß, ist der Krieg keine Domäne der menschlichen Spezies. Primaten und Insekten führen strategische Kriege unter Einsatz von arbeitsteiligen Hierarchien, Aufklärung und Täuschung.
Wie beim Menschen bedeutet technischer Fortschritt auch bei Primaten defizileren Einsatz von Waffennwirkung, weswegen in der Regel diejenigen Gruppen, die ausschließlich mit Steinen oder Stöcken schlagen, denjenigen langfristig gesehen unterliegen, die bereits die Technik des Werfens verwenden.
Ähnliches gilt für einige staatenbildende Insekten, wie beispielsweise manche Ameisen- und Termitenarten, die teilweise sogar andere artgleiche Völker regelrecht versklaven ...

ski schrieb am 19.5. 2001 um 22:04:36 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 6 Punkt(e)

Lustlos verschob der Fürst die Kroketten auf seinem Teller - weg von der Soße in Richtung Gemüse.

»Kriegswichtig sagen Sie

Gedankenverloren musterte er den dicken Marschall, der wahrlich lieber an seinem kleinen Fiffi herumspielen würde, als sich hier von einem Hochwohlgeboren gedankenlos mustern lassen zu müssen.

»Kriegswichtig, jawohl Euer Durchlaucht

»Hmm ...«

Beide Seiten verloren sich immer tiefer in Gedanken. Seine Durchlaucht verlor sich an einen feurigen Lipizzaner, der Marschall an seinen Pimmel.

»Aha ... kriegswichtig...«

»Es stehen zwanzigtausend Seelen auf dem Spiel Euer Gnaden

Die Tochter der Kurfürstin hatte sich am Morgen ihren kleinen Allerwertesten ganz allerliebst an diesem Teufelsvieh von Lipizzaner wundgescheuert. Leicht gerötet, ganz sicher.
Das ließ sich mittlerweile auch vom kleinen Marshall sagen, der sich in einem anderen zarten Tagträumerchen zu einem gar unartigen Stecken entwickelt hatte und ebenfalls ganz allerliebst gerötet, allerdings nicht vom Rücken eines teuflischen Lipizzaners - der Marschall verstand so überhaupt nichts von Pferden. Der Marschall hatte andere Vorlieben.

»Zwanzigtausend Seelenwiederholte der Fürst.

Wäre Gedankenverlorenheit an jenem schönen Junitag kriegswichtig gewesen - das Scharmützel an der Landesgrenze wäre bereits entschieden gewesen. Dieser verfluchte Gaul ging ihm nicht aus dem Kopf. Er schob angeekelt den Teller mit den nunmehr kalten Kroketten weg.

»Marschall, ich habe vollstes Vertrauen in seine Entscheidung. Tu er, was er für richtig halte

Wozu sich weiter mit diesen Nichtigkeiten aufhalten.

walther schrieb am 16.5. 2000 um 09:13:13 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 7 Punkt(e)

Es gibt Zeiten, da hat die Lust am Krieg Hochkonjunktur. In solchen Zeiten haben es diejenigen leichter, die real Krieg führen wollen, um ihre Macht auszudehen. Sind es die entsprechenden Fantasy-Geschichten, die Gefallen finden, so wird auch der reale Krieg wie eine Fantasy-Geschichte dargestellt. Wer sich dagegen nicht wehrt, lebt verkehrt und bleibt ein nützlicher Idiot der Herrschenden.

maike schrieb am 17.3. 2001 um 12:24:37 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 10 Punkt(e)

»Sechstausend Deutsche gefallen - auf dem Felde der Ehre. Was ist das - das Feld der Ehre? Ist es eine Ehre, Menschen das Bajonett in den Bauch zu stoßen? Getreidefelder, Kartoffelfelder sind Felder der Ehre. Was ist der Altar des Vaterlandes? Eine blutbesudelte Schlachtbank? Was sind unsere <heiligsten Güter>? Die Bankguthaben! Die heiligsten Güter der Kriegswitwe sind der Blick ihres Kindes und ihr Mann, der sie liebte. Eine Handgranate hat das heiligste Gut der Kriegwswitwe zerrissen. Diese fluchwürdigen Phrasen, die Millionen das Leben kosten! Sie müßten endlich entlarvt werden

- Leonhad Frank; Links wo das Herz ist -

Xselar schrieb am 10.5. 2001 um 19:02:41 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Das Problem des Krieges ist zu Komplex, um es in ein paar Worte zu fassen und ich will mich nur ganz kurz äußern....

Ich glaube, daß sich Menschen MITUNTER im Krieg töten, weil sie einem Wahn unterliegen. Nämlich dem Wahn, daß der Andere böse ist. Mit dieser Vorstellung werden die »Feinde« schon erzogen. Staatliche Propaganda und die Erziehung der Eltern (die ja wiederum dem Propagandaeinfluß unterliegen) tragen dazu bei, daß der Mensch bald sieht, was er gelehrt wurde zu sehen (I see what I was taught to see - Ian Lemmy Kilmister). Es wird einem beigebracht, daß die eigenen (vermittelten !) Vorstellung die einzig richtigen bzw. guten sind. Auf jeden Fall sind die Anderen falsch. Die Propaganda sorgt dafür, daß vom »Gegner« nur das schlechte Bild vermittelt wird.
Wie soll sich nun ein Mensch davon befreien ? Ihm ist die angebliche Schlechtigkeit des Anderen so selbstverständlich beigebracht worden, wie uns die Freiheiten in unserer Demokratie.

Es müßte viel aufgeklärt werden. Die Aufklärung werden die verfeindeten aber nicht Fördern, da sie ja den Wahn als Wahrheit akzeptieren. »Neutrale« Staaten müssen also vermitteln.
Außerdem muß gezeigt werden, daß der Andere nicht schlechter oder böse ist, sondern einfach nur Anders (Toleranz !). Auch das werden nur »neutrale« Staaten fördern können.

Krieg liegt meiner Meinung nach also auch in der Verantwortung dieser »neutralen« Staaten.
Wir haben Verantwortung !

elfboi schrieb am 1.3. 2003 um 09:26:20 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 2 Punkt(e)

10. (11.) Gründe für einen Krieg
14.02.2003 23:14

1.) Krieg ist gut für das menschliche Miteinander:
Vor und während eines Krieges, sowie in der sog. »Nachkriegszeit« kann man immer wieder beobachten, daß verschiedene Ansichten (politischer, sportlicher oder sonstiger Natur), die im Normalfall für Streit und Zwistigkeiten in der Bevölkerung sorgen nebensächlich werden. Der Mensch beschränkt sich endlich auf wesentliche Dinge und ist eher bereit Rücksicht auf seinen Nächsten zu nehmen. Solidarisches Handeln ist die Regel.

2.) Krieg ist gut für die Einschaltquoten:
Fernsehen wird durch Krieg erst schön. Statt dauernden Wiederholungen altbackener Fernsehserien und festbetonierten Programmplätzen für Nachrichten und Informationssendungen, ist im Kriege selbst bei den öffentlich - rechtlichen Anstalten alles in Bewegung. Das kommt beim Zuschauer an. Der kommerzielle Erfolg von »CNN« wäre ohne Kriegsberichterstattung undenkbar.

3.) Krieg ist gut für die Wirtschaft:
Ob »Kriegsgewinnler«, Schwarzmarkt oder Wiederaufbau, die stimulierende Wirkung des Krieges hält meist sehr lange vor. Auch die Arbeitslosigkeit wird durch Krieg gemildert.

4.) Krieg ist gut für die Emanzipation von Frauen u. Kindern:
Nur im Krieg erhalten Frauen die Möglichkeit, sich in sog. Männerberufen zu profilieren und Karriere zu machen. Aus Kindern können sogar echte Helden werden (meist in Kriegen in der 3. Welt).

5.) Krieg ist gut für die Umwelt:
Veraltete Industrieanlagen und umweltschädliche Fahrzeuge sind die ersten Opfer jedes Krieges. Die Wiederverwertung von Alt- und Reststoffen wird (auch ohne grüne Punkte) gewissenhaft praktiziert.

6.) Krieg fördert den technischen Fortschritt:
Wer sich in der Materie auskennt weiss, daß die größten und wichtigsten Erfindungen der Menschheit für militärische Zwecke gemacht wurden. Leider ist auch Margarine darunter.

7.) Krieg vereinfacht vieles:
»Geht nicht? Gibt's nicht« gibt es leider nur im Krieg. Große Dienstwege werden klein, Behörden erwachen aus bleiernem Schlaf. Man besinnt sich wieder auf das Jagen und Sammeln, sowie das Organisieren. Der Tauschhandel setzt sich flächendeckend durch.

8.) Krieg ist Kultur:
Der Krieg befruchtet den Geist stärker als jede andere Performance. Manager lesen Clausewitz, Erfindung des Schachspiels, architektonische Meisterleistungen im Festungsbau, Kreuzzüge, Strategien und Taktiken, Gestaltung von Medaillen, Orden und Ehrenzeichen, Impulse für die Mode, Militärmusik, Völker unter Waffen, wehrhafte Demokratien, Diplomatie und Spionage, die Bibel.
Ohne Krieg wäre die Welt ein Affengehege.

9.) Krieg macht Schluss mit unfähigen Regierungen:
Die Namen Wilhelm 2, Kennedy und Hitler stehen hier stellvertretend für das ganze Gesindel.

10.) Kriege haben hohen Erinnerungs- und Unterhaltungswert:
Ob Zigarettenbildchen, Opas Erzählungen oder die Räumung besetzter Häuser. Die Branche verdient Milliarden mit dem Verkauf von Kriegsprachtbildbänden, Videobändern oder Reisen zu Kriegsschauplätzen. Da muß ja was dran sein.

11.) Kriegsverbrechen sind Einzelfälle:
Das weiss doch jedes Kind.

RAF schrieb am 6.8. 2000 um 21:04:07 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 5 Punkt(e)

21.05.1974 Im Zuge der »Terroristenfahndung« wird der Taxifahrer Günter Jendrian um 3 Uhr früh in seiner Wohnung erschossen. Auch hier wird das Verfahren gegen den Polizeibeamten mit der Begründung der »Notwehr« eingestellt. – Insgesamt sind von 1971 bis 1978 über 146 Tote durch polizeiliche Todesschüsse dokumentiert: 16 im Zusammenhang mit der sogenannten Terroristenjagd; 52 in Verfolgung vonmeist einfachen – Kriminellen; 13 in Verfolgung von Verkehrssündern; die übrigen im Zuge allgemeiner Hysterie.

voice recorder schrieb am 7.2. 2003 um 02:34:30 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 1 Punkt(e)

Eine solche Situation war vor einigen Generationen noch undenkbar. Die Philosophen sagten uns, daß Augenblick und Allgegenwart wesenmäßig undenkbar sind. Ich für meinen Teil bezweifle das, gerade weil ich kein Philosoph bin. Ich gehe von der Technik aus. Die Technik führt die sofortige Allgegenwart herbei, und man kann nun anfangen, sie zu denken. Die Tendenz ist: Nähe als einzicie Nahtstelle zwischen allen Körpern, allen Orten, allen @unkten der Welt. Ich treibe diese Tendenz ins Extrem. Das ist nicht Science Fiction, vielmehr ist die Wissenschaft Fiktion. Technologie und Wissenschaft entwickeln das Unbekannte, und nicht das Bekannte. Die Wissenschaft entwickelt das, was ungedacht ist. Das grenzt an Fiktion.

Aber ist die von der Technik entwickelte-Fiktion deshalb auch schon nutzbringend? Eröffnet die Allgegenwart der Technik dem Menschen neue Freiräume, oder reduziert sie im Gegenteil radikal seinen Bewegungsspielraum?

Man behauptet immer, die erste Freiheit sei die Bewegungsfreiheit. Ja, doch nicht die Freiheit der Geschwin, digkeit. Zu schnell sein heißt seiner selbst total enteignet sein, heißt total entfremdet sein. Es kann eine Diktatur der Bewegung geben.

Technik bedeutet also nirht Fortschritt, sondern Entfremdung?

Seit dem 18. Jahrhundert - seit der Auiklärung, um den bekannten Ausdruck zu verwenden - hat man geglaubt, Vernunft und Technologie würden im Gleichschritt einem Fortschritt zustreben, auf eine »strahlende Zukunft« zu, wie so manch einer sagte. Es verstand sich von selbst, daß man bald eine Lösung finden würde: eine Lösung für Krankheit, Armut und Ungleichheit. Nun gut, die Lösung war nicht die beste; es war die Endlösung. Die Lösung vom Ende der Welt im Nuklearkrieg, im totalen Krieg,in Vernichtung und Völkermord. Deshalb neige ich dazu zu sagen: keine weitere Illusionen über die Technik! Was wir produzieren, kontrollieren wir nicht. Weil wir etwas

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zu tun ve rstehen, verstehen wir noch lange nicht, wa wir tun. NI-rsuchen wir, bescheidener zu werden und das Rätsel dessen zu verstehen, was wir produzieren. Was die Forscher hervorbringen, die Erfindungen, si Rätsel, die das Feld des Unbekannten vergrößern. Si dehnen das Unbekannte aus, wenn man so sagen darf Hier kehrt sich etwas um. Das ist nicht pessimistisch ge meint, sondern es geht um eine prin zipiel le U mkehrung Man geht nicht mehr von einer positivistischen oder ne vistischen Vorstellung aus, sondern von einer reiativis schen. Das Problem ist folgendes: die Technik ist ein sei, also arbeiten wir am Rätsel und nicht mehr ausschließlich an der Technik.

Worin besteht das Rätsel der Stadt für einen Technik des Städtebaus? Du sagst, daß die zukünftige Stadt i Geschwindigkeitsvektoren verschwindet. Aber verda die geographische Stadt nicht gerade der Geschwindi keit ihre Existenz?

Die Stadt ist immer eine C;eschwindigkeitskiste, ein G triebe gewesen. Die Organisation der Stadt besteht i rer Straßenführung. Und was sind Straßen? Sie sind dränge. In Griechenland nennt man die Straße dromo d.h. Rennbahn. Solange es nur geringe Möglichkeite zur Beschleunigung gab, und solange Festungsmauern eher als Schnellstraßen Ausdruck der Stadt ware hat man geglaubt, sie organisiere nicht die Geschwin keit. Wenn man sich jedoch den griechischen Städteb ansieht, etwa die Stadt Milet, den kolonialen Städteb oder den Aufbau des römischen Heerlagers, so sieht deutlich, daß sie aus gradlinigen Wegen bestehen. E eine Organisation von Geschwindigkeit, um die BevÖl rung so schnell wie möglich zu den Stadttoren, zum Stadtrand zu bringen. Eine Stadt ist nicht einfach b ein Ort, wo man wohnt, sie ist vor allem eine Straße zung.

Die Beschleunigung bringt daher gerade das Wesen Stadt wieder zum Vorschein, sie verwandelt nämlich nen sozialen Raum in eine Zeitschaltung.

Faust schrieb am 24.6. 1999 um 01:03:17 Uhr zu

Krieg

Bewertung: 5 Punkt(e)

»Der Krieg ist der Vater allem, von allem ist er der König, denn die einen hat er zu Göttern, die anderen zu Menschen gemacht, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.« (Heraklit, DK 22 B 53)

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