Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 146, davon 146 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 89 positiv bewertete (60,96%)
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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.2. 2003 um 12:50:02 Uhr schrieb
mcnep über Traumspeicher
Der neuste Text am 25.12. 2015 um 04:52:06 Uhr schrieb
Christine über Traumspeicher
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(insgesamt: 54)

am 11.3. 2011 um 21:40:03 Uhr schrieb
Schreibakteur über Traumspeicher

am 26.3. 2009 um 14:57:56 Uhr schrieb
the-music-man über Traumspeicher

am 11.3. 2007 um 15:16:58 Uhr schrieb
tootsie über Traumspeicher

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Traumspeicher«

mcnep schrieb am 2.2. 2003 um 12:50:02 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 15 Punkt(e)

Traum vom 2. 2. : Ich lasse mich in einem Taxi kreuz und quer durch eine abendliche Stadt fahren, die Züge von Köln, Stuttgart und Iserlohn aufweist. Andauernd steigen kleine Grüppchen gutgelaunter Herren meist mittleren Alters hinzu, die stets vor mir aussteigen und trotz unterschiedlicher Haltepunkte alle dasselbe Ziel zu haben scheinen. Ich bin unsicher, ob es sich um eine Konferenz, ein Geschäftsessen oder einen Betriebsausflug handelt, vermute aber letzteres. Schließlich lasse auch ich mich in einer Kneipe am Berg absetzen, die mir aufgrund des schlechten Wetters und ihrer windschiefen Anmutung wie eine deutsche Version des 'Gasthaus Jamaica' aus dem gleichnamigen Film erscheint. Als ich die stickige und überfüllte Schankstube betrete merke ich, daß sich hier alle Männer versammelt haben, mit denen ich zuvor im Taxi gefahren bin. Sie sind immer noch sehr aufgeräumt, aber keiner von ihnen scheint mich wiederzuerkennen. Der Umschwung vom Kalten in die Kneipenwärme reizt meine Blase, und ich suche die Toilette auf. Die erkenne ich als die recht ungepflegte Örtlichkeit des Düsseldorfer Lokals 'Rheinpark' wieder, und an den Urinalen stehen zwei Herren mit offensichtlichem Interesse füreinander, jedoch ebenfalls in dieser bei solchen Anlässen eher unüblichen kumpelhaften Geschwätzigkeit. Selbstredend nicht schockiert, aber aufgrund meines Harndrangs auch nicht näher interessiert, baue ich mich einige Becken weiter auf, als aus dem Vorraum eine fürchterliche Schimpfkanonade über 'widerwärtige Unzucht', 'die Sünde Sodoms' und so weiter ertönt. Die beiden Herren zu meiner rechten knöpfen sich hastig zu und sind schon verschwunden, als der Urheber dieses Geschreis eintritt: es ist, wie ich an seinen Schläfenlocken, Tefillin, dem Hut und der krähenartigen Umkuttung sofort erkenne, ein orthodoxer Jude, etwa Mitte zwanzig. Komischerweise fängt auch er während seines Geschäfts an, mit mir zu reden, wobei er noch einmal die Sündhaftigkeit unkeuschen Verhaltens betont, mich jedoch, in diesem Falle zu Recht, in keinem Verdacht zu haben scheint. Im Gegenteil, er wird sehr vertraulich, und im Waschraum vertraut er mir ein kleines Päckchen an, mit der Bitte, es auf meiner nächsten Urlaubsreise »einfach ins Meer zu werfen, Sie wissen schon, wo«. Der Nachwuchschassidim geht ab, und ich bleibe mit der schwarzen Schachtel in der Hand einigermaßen verdattert zurück.

Die Versatzstücke des Traums sind alle vergleichsweise leicht aufzuschlüsseln, ihre Deutung selbst vorzunehmen widerstrebt mir fast ein wenig, so eindeutig scheint mir das ganze. Hervorheben möchte ich nur, daß mir dieser genau so stattgehabte Traum den zweifelsfreien Beweis erbracht hat, daß ich in Farbe träume: noch jetzt steht mir wie eine Filmeinstellung das Bild des jungen Juden in seiner schwarzen Einrahmung hinter einer gelben Kachelwand vor Augen, auf dessen Gesicht aus dieser Nähe rötliche Flecken zu erkennen waren, ob es sich um eine ausheilende Akne oder eine Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörung handelte, konnte ich nicht herausbringen; das sind auch Dinge, die man orthodoxe Juden nicht im Waschraum einer deutschen Bierkneipe fragen sollte.

mcnep schrieb am 21.6. 2004 um 07:02:16 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 5 Punkt(e)

Interessant am heutigen Traum war vor allem die Tatsache, daß es das erste mir erinnerliche Mal in dreieinhalb Jahren war, daß ich in aller Intensität vom Blaster geträumt hat. Verwunderlich, daß dies so selten geschieht, obwohl ich doch einen Gutteil meiner Zeit hier zubringe. Weniger erstaunlich, wenn ich bedenke, daß ich, obzwar seit 18 Jahren mit K* zusammenlebend, nur sehr selten von ihm träume. Was halt immer da ist, muß nicht noch nachts verarbeitet werden, so ein Hirn braucht auch mal Urlaub.
Den Traum selber bringe ich gar nicht mehr richtig zusammen, was mich vor das Dilemma stellt, wie und ob ich ihn überhaupt erzählen kann, ein völlig unklarer Traum ist wie ein Witz, dem Einleitung und Pointe fehlen. Trotzdem ist mir das Gefühl, von dem dieser Traum bestimmt war, noch gut erinnerlich. Kein angenehmes Gefühl, eher spannungsgeladen und unheimlich, eine Art Blasterkrimi. Ich träumte, daß sich im Blaster ein Unbekannter aufhielt, der andauernd neue Stichworte eingab, die sehr persönlich und verletzend waren und eine Kenntnis meiner Privatperson und die anderer Schreiber voraussetzte. Leider kann ich mich an keines dieser Worte erinnern, es will mir auch fast so scheinen, als hätten sie nur im Traum Sinn und Bedeutung gehabt, so wie es gewisser psychotischer oder intoxierter Zustände bedarf, um völlig belanglose Dinge auf sich zu beziehen. Aber im Schlaf war ich sehr entrüstet und die anderen Blasterianer, die zum Teil auch durch die Einträge angesprochen wurden, waren es auch. Ich muß dazu anmerken, daß die Blastercommunity nicht aus diversen vor ihren Monitoren vereinzelten Individuen bestand, sondern es mehr eine Art körperloser Familienverbund zu sein schien. Schwer zu beschreiben, jedenfalls war ich allein und war es auch wieder nicht, doch ein räumlicher und körperlicher Aspekt war allenfalls skizzenhaft erkennbar. Alle grübelten herum, wer es sein könnte, der so verletzende und auf unbewußte Ängste schielende Stichworte in so reicher Fülle abschoß (wirklich schade, daß ich mich an keines erinnern kann), bis sich gegen Schluß des Traums als Krimiauflösung herauskristallisierte, daß ich wie auch alle anderen in einer Art Lazarett oder Krankensaal untergebracht war und der Täter einfach jemand war, der mit uns im gleichen Raum gelegen hatte, wodurch er natürlich stets über jeden unserer Schritte informiert war. Es war, albern genug, ein Schiffskoch, ein Eurasier (Deutschvietnamese?). Als er nämlich überführt worden war, sprang er in einem taubenblauen Pyjama auf und erzählte uns, scheinbar zur Ablenkung von seiner Tat, die alle anderen fast übertrieben verwerflich empfanden, wie er bei einer Fahrt auf einem Segelschiff eine Gruppe von Millionären zu bekochen gehabt hätte und ihm die Vorräte ausgegangen seien, worauf er, was er uns pantomimisch demonstrierte, einfach ein Iglo-Baguette mit zwei japanischen Kochbeilen in atemberaubender Geschwindigkeit in kleinste Stücke zerhackt habe, wodurch es genug für alle war oder zumindest zu sein schien. Schon halb versöhnt sah ich ihm während seines Vortrags zu und ich meine, an ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit Tommi Ohrner festgestellt zu haben, sieht man einmal von den Mandelaugen ab.

Ugullugu schrieb am 10.2. 2003 um 17:10:35 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 9 Punkt(e)

Gestern hab ich mir vielleicht einen Scheiß zusammengeträumt. Ich will mal versuchen, es aufzuschreiben, bevor es mir ganz entfällt. Also:

Ich bin wieder in Oklahoma, wo ich für ein Jahr diesen Schüleraustausch gemacht hab. Genauer gesagt bin ich in dieser Wohnsiedlung bei Tulsa, mit den modernen, flachen Einfamilienhäusern, die alle die gleiche Garage haben. Es ist früher Abend oder möglicherweise auch Nacht, und die Zikaden machen Lärm. Ohne Zikaden hätte es eigentlich auch Sylt sein können, sieht genauso aus. Ich bin draußen. Irgendwoher weiß ich nun, daß die Neighbourhood Watch in der Nähe herumfährt und mit dem Scheinwerfer in die Fenster leuchtet, und die hätte eigentlich auch alle Hände voll zu tun gehabt: ich bin nämlich so eine Art bemoostes, grünes Comic-Monster, dem frühen swamp thing nicht unähnlich, bin zwar nicht sehr groß, habe aber ein großes Maul (harhar) und eine rostige Kette, mit der ich auf irgendwas einzuschlagen gedenke. So laufe ich also als grünes Monster draußen in der Nacht an den front porches vorbei und plane, irgendwo einzubrechen und ein bißchen Radau zu machen. Ich will keinem was tun, nur halt in so eine ordentliche kleine Wohnung einbrechen, die Leute erschrecken und mit meiner rostigen Kette auf die Möbel einschlagen. Ein bißchen komme ich mir vor wie das »alte Europa«.
Dann finde ich endlich ein Haus, in dem noch Licht brennt (keine Ahnung, wieso ich ein erleuchtetes Haus gesucht habe). Ich walke also up zur Garagentür, die offen steht, weil ich weiß, daß von der Garage eine Verbindungstür ins Wohnhaus führt. Der Bewegungsmelder reagiert offensichtlich auch auf grüne Schlammmonster, die Außenbeleuchtung geht an und bei den Scheinwerfern wuseln Insekten herum. In der Garage steht kein Auto, aber in der Tür zum Wohnhaus steht plötzlich der Hausherr. Er hat einen hellen Schnurrbart und dummerweise eine Pistole. Ich glaube, er hat gar nichts gesagt, jedenfalls war die Sache klar: ich hab hier nichts verloren und geh jetzt besser. Enttäuscht ziehe ich also mitsamt meiner Kette ab und hocke mich auf den Rasen vor dem Haus. Ende erster Teil (scheiße wird das lang).

Ich hocke also auf dem Rasen herum. Da bekommt der schnauzbärtige Waffenträger erneut Besuch: von rechts brettert ein roter Golf III Europe heran, fährt die Einfahrt hoch und langsam in die Garage. Durch die Scheiben sehe ich, daß überraschenderweise zwei Freunde von mir in dem Wagen sitzen. Der Wagen hält, die Türen gehen auf. Ein wahrer Wasserfall ergießt sich aus dem VW, als wäre er vorher bis zum Dachhimmel mit Wasser gefüllt gewesen! Helge und Markus, meine Freunde, werden mit hinausgespült. Jetzt haben sie sich aber überraschend in zwei völlig andere Menschen verwandelt, die ich nie zuvor gesehen habe, aber ich weiß, daß sie ein Ehepaar und zu Besuch beim Schnauzbart sind (der steht immer noch da, die Waffe ist glaube ich weg).
Die ganze Garage steht ein paar Zentimeter tief unter Wasser. Das macht aber weder dem Amerikaner noch seinen beiden Gästen etwas aus, noch der Frau des Amis, die jetzt überaschend aus dem Haus getrippelt kommt. Die Frau ist sehr dünn. Die vier Leute in der Garage begrüßen sich herzlich, im Wasser stehend. In der Garage liegt jetzt plötzlich ein schwarz-rot-weißer Teppich, ebenfalls unter Wasser, unter den Füßen der Leute, unter dem Golf.

Dritter Teil, jetzt wird es wirklich bescheuert. Aus dem Nichts taucht plötzlich ein Mann mit einem dunklen Anzug auf. Er ist sehr groß und hat ein Mikrofon in der Hand und geht damit zu der dünnen Frau. Er fragt sie, ob ihr das gar nichts ausmache, daß ihre ganze Garage unter Wasser stehen würde, und das halbe Wohnhaus. Damit lenkt er die Aufmerksamkeit aller auf die Verbindungstür zum Wohnhaus. Die ist halb geöffnet, und man kann sehen, daß auch da schon das Wasser steht. Drinnen sind weiße Fliesen. Die Frau antwortet, das mache ihr nichts aus, denn sie besitzt ein spezielles System zur Hausentwässerung. Der Mann im Anzug fragt erneut: Was ist denn das wirklich Tolle an diesem System?, und er fragt es in so einem konspirativen Ton, und die Frau antwortet darauf wie aus der Pistole geschossen, und plötzlich kippt alles um, und mir ist klar: Das ist Werbung! Ich bin in einem Fernsehwerbespot für eine hausinterne Anlage, die den Wasserkreislauf eines Wohnhauses reguliert. Das wurde in den letzten Augenblicken, die der Traum noch dauerte, bis ins kleinste Detail erklärt, aber leider habe ich es wieder vergessen. Gut möglich, daß mir im Traum die Lösung für alle eventuell anstehenden Trinkwasserprobleme der Menschheit offenbart wurde. Es war wirklich toll, die unteren Zimmer des Hauses waren zum Beispiel alles Naßräume, und das Auto, der rote Golf, fuhr auch mit Wasser, und daß er beim Reinfahren die ganze Garage unter Wasser setzt, ist so gewollt und hat etwas mit Wiederaufbereitung zu tun. Dann bin ich aufgewacht, und mußte ganz dringend pissen.

mcnep schrieb am 9.4. 2004 um 15:17:44 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 4 Punkt(e)

Gerade während des Mittagsschlafs träumte ich von zwei jungen Mädchen, die Anne und Petra hießen, aus Bremerhaven stammten und zu uns ins Rheinland gefahren waren, um dort ein Wochenende lang Party zu machen. Das erzählten sie mir beim gemeinsamen Aussteigen am Hauptbahnhof meiner Heimatstadt (ich war gerade von einer Gammeltour aus ihrer Gegend zurückgekommen) und es war herzerfrischend, wie unverklemmt und fröhlich die beiden wirkten. Die eine trug einen sehr sommerlich wirkenden Wickelrock, der aufgrund eines gewagten Schnitts beim Gehen hinten den Blick auf ihren weißen Baumwollschlüpfer ermöglichte, was mir nicht vulgär oder aufreizend, sondern eher wie ein liebenswertes Zeichen unschuldiger Provinzialität erschien. Ich glaube, die beiden hätten es gerne gesehen, wenn ich sie noch ein Stück ihres Weges begleitet hätte und ihnen vielleicht die eine oder andere angesagte Kneipe gezeigt hätte, aber ich war müde von der Reise und weder vom Alter noch den Interessen her der geeignete Cicerone für sie. Daher trennten sich unsere Wege an der Tür eines großen Hochhauses, wo sie für das Wochenende in einem leerstehenden Appartement zu übernachten planten. Als sie durch die Glastür traten, wobei ich noch einmal einen Blick auf den Schlüpfer der einen zu werfen genötigt war (es war Anne, blond und mit einem Pferdeschwanz), in dem Moment wußte ich genau, daß sie dieses Haus nie wieder lebend verlassen würden. Ich weiß nicht mehr, ob die Vorahnungen konkreterer Natur waren, ob ich ihren Tod in Gestalt eines psychopathischen Vergewaltigers oder eines Wohnungsbrandes voraussah - zumindest Petra, brünett und mit einer Art Mittelscheitel versehen, hatte wie ich nach dem Verlassen des Bahnhofs eine Zigarette geraucht - ich weiß nur, daß ich sicher war, der letzte Mensch gewesen zu sein, der die beiden gesehen hätte. Dieser Gedanke erfüllt mich mit einer unbestimmten Trauer, aber ich kam nicht auf die Idee, die beiden vom Betreten des Hauses abzuhalten, indem ich etwa doch auf ihren Vorschlag, zunächst direkt in die Innenstadt zu fahren, einging, denn ich war, wie gesagt, ziemlich müde und hatte auch nicht das Empfinden, daß es meine Aufgabe sei, in ein offensichtlich unabänderliches Schicksal einzugreifen, eine Einstellung, die mich, weitaus mehr noch als der kommende Tod der beiden, schon im Rest meines Schlafes entsetzte und auch jetzt noch ein wenig irritiert.

mcnep schrieb am 9.8. 2004 um 06:47:25 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 5 Punkt(e)

Der Traum fing harmlos und friedlich an. Vermutlich habe ich diesen Teil auch deshalb vergessen. Danach wurde es jedenfalls richtig ungemütlich: Ein riesiger Krake (möglicherweise vom gestrigen Frutti di Mare–Salat inspiriert), fast zimmergroß, verfolgt mich durch die einzelnen Räume. Ich bin gegen die langen Arme chancenlos, kurz gelingt es mir jedoch, ihn zur Haustür herauszulocken oder -treiben und diese anschließend zu verriegeln. Leider bin ich so blöd und öffne die kurz darauf wieder, weil ich die Post annehme. Der Riesenoktopus flutscht natürlich auch mit herein, jetzt ist alles aus, da verwandelt er sich in den schwedischen Posaunisten Nils Landgren, der in ganz gelassenem Ton zu mir sagt (und da zeigt sich, daß man niemals vor dem Zubettgehen zu AktenzeichenXY assoziieren sollte): »Bevor ich Sie gleich umbringe, noch schnell die Frage, wo Sie Ihre Wertsachen haben? Sie könnten mir die Arbeit sehr erleichtern

Haide schrieb am 6.2. 2005 um 00:30:41 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 7 Punkt(e)

Mitten hineingeworfen in eine niederrheinische Banallandschaft mit Kühen. Sofort bemerke ich ihr viel zu lautes Wiederkäuenkiefergeräusch, ein schmergelndes Knerschen, krempiges Getriebe, daß die gesamte Ebene erfüllt wie das langsame, zeitverzögerte Zerbrechen eines Atomkraftwerkes. Es ist kalt. »Eiskalt aber klar« [ASchmidt]. Wie ich so traumgeworfen vor dieser Szenerie stehe, wird mir klar, daß Schmidt Träume zu seherischen Possen verarbeitet hat und umgekehrt. Ich habe den Eindruck, ich könnte eines der Viecher anschreien und mit Sicherheit würde sie mir in ASchmidtschem Tonfall so etwas antworten wie: »n Suppenteller konnte man nicht kaufen, aber wenn man die Totenmaske der inconnu de la Seine, 38 Mark 50, umdrehte, konnte man sie als solchen verwenden
Dadurch erscheinen plötzlich diese Rinder als wahrhaftige Personifikation des Todes. Das Wiederkäuen als Leichenpumpe. Sie sind mir mit einem Mal sehr, sehr, sehr unheimlich. Ihre vermeintliche »Bäuerlichkeit«, ihre Tarnung als »zu Schlachtendes« verbirgt ihr Geheimnis. Wir essen den Tod und inkorporieren ihn so: als Boef Bourgignon oder Schlichtmett. Ich kann aber nicht fliehen und ekle mich gleichzeitig vor der Banalität dieser überwältigenden Erkenntnis und nehme mir vor, ASchmidt daraufhin nochmal genauer zu lesen. Daß ich wie diese schwarzweißen Todesrinder Gras konsumiere, winkt wie ein Grinsekatzengrinsen zu mir ´rüber. Die schwarze Milch der Frühe kommt mir in den Sinn. Die Psylos, die auf Rindershit wachsen, die Verehrung der Rinder durch Inder und während ich entsetzenklar auf dieser Weide stehe, denke ich mich schon im Totenland. Und die Bauern und Metzger sind die Hadesarbeiter. Und Heidi ist die Lindenstraßen-Jeanned´Arc des Todes. Ich wache auf.

tootsie schrieb am 16.8. 2007 um 11:15:18 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 2 Punkt(e)

Erste Sequenz, I.Akt

Ich bin bei meinem Großvater. Er ist bereits Witwer. Er sitzt im Sessel. Ich streichele ihn im Schritt. Zunächst hat er was dagegen, dann nicht mehr.

II. Akt

Wir sind in der Küche. Ich habe ihn bereits mehrmals unsittlich berührt und es gefiel ihm, nach anfänglichem Zögern. Er steht an der Spüle. Ich nähere mich von hinten und keule ihm einen. Er kommt. Ich selbst werde vom Telefon abgehalten. Während Opa telefoniert, wichse ich auf ein Blumenbeet.


III. Akt

In meinem Zimmer liegen jede Menge abgefahrener, halb fertiger Bilder (an die Motive kann ich mich LEIDER nicht mehr erinnern!!! Kack die Wand an!). Ich möchte kiffen, komme aber nicht dazu. Irgendwelche Besucher aus dem Dorf helfen meinem Opa beim Gras mähen. Ich gehe ans andere Fenster, das auf den Schlüfter führt und stolpere dabei über den Rucksack des jungen Mannes, der meinem Opa zur Hand geht. Ich erinnere mich, dass er ihn hier abgestellt haben muss. Er hat meine Bilder gesehen. Schreck!


Zweite Sequenz, I Akt

Ich bin bei meinen Eltern. Im Kinderzimmer steht das große Aquarium. Es ist völlig verwahrlost! Ich bin sauer auf meine Mutter. Sie hat es während meiner Abwesenheit komplett vergessen! Ich versuche zu retten, was zu retten ist. In einem Folienbeutel, der seltsamerweise einen Teil des Beckens füllt, leben ein paar Guppys. Und Welse. Und mutierte Fische, die an Seepferdchen erinnern und sich so verhalten. Wasserschnecken und Zwergkrallenfrösche kann ich auch retten. (Von diesem Aquarium träume ich häufiger!)

Mit dem Beutel passiert etwas. Ich rufe Mutter, aber sie reagiert nicht. Ich bin hilflos und werde wütend.

II. Akt

Irgendwie ist Weihnachten. Ich selbst bin krank. Meine Stimme ist kaputt. Ich kann nicht singen, sondern nur krächzen.

Interludium

Die französischen Könige. Das Haus Valois. Ich bin zu Besuch. Beobachte nur, weil spannend und aus einer anderen Zeitlinie.

Zwei Linien, die um den Thron zoffen. Der regierende König ist relativ jung, weiß, dass er zeugungsunfähig ist. Seine Frau ist trotzdem schwanger. Vom Nebenbuhler. Für den König cool, denn er hat einen Erben.

Der König verlässt mit seinem Gefolge den Sitz des Rivalen. Es ist ein trüber Tag. Bedeckt. Sie nähern sich einem Portal. Könnte die Kathedrale von Reims oder Chartres sein.

Man warnt den König: der Bruder des Rivalen war ein Schwarzmagier. Scheiß Erbgut! Man hat Bäume gepflanzt, um zu verhindern, dass die Mittagssonne auf das Grab dieser sinistren Gestalt fällt. Der König läuft über das Grab. Einen Moment später fegt ein Windstoß die Bäume auseinander und ein bisschen Mittagssonne bricht durch und scheint auf das Grab. Ich bin selbst daran vorbei geschwebt. Dem König ist es egal. Er ist jung und auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ende 20 Anfang 30. Blond. Locken. Ich selbst switche an eine andere Örtlichkeit. Wegen des Grabes.

Ich bin vorrübergehend besessen und drücke den Kopf des Magisters so, dass er zuhören muß. Die Krause Botschaft ist wichtig: »Vögel werden sterbenDer Magister ist natürlich stärker und läßt sich so eine Behandlung nicht gefallen. Schnell hat er die Oberhand.

III. Akt

Ich bin mörderisch sauer auf meine Eltern. Ich fühle mich zutiefst gekränkt und beleidigt. Mein Aquarium wurde total vernachlässigt und die Fische sind umgekommen. Außerdem hätte meine Tante gesagt, sich sei dürr und hässlich. Ich zerdeppere ein Glas und ritze mich. Niemand nimmt Notiz.

Ich befinde mich im Zimmer meines Cousins und versuche, einen Topf zu rauchen. Die Bong funzt nicht. Die Verwandtschaft kommt wieder. Man will mich mit Geschenken versöhnen. Ich will abhauen, aber alle stellen sich mir in den Weg. Ich breche zur Hintertür aus. Mein Cousin will mich aufhalten. Ich beschließe, zur Vordertür wieder hereinzukommen. Tue dies auch. Meine Eltern nehmen mich mit. Ich hefte mich an meinen Onkel. Hilft nix.

Zuhause stelle ich mich stur. Ich rede kein Wort mit meiner Mutter und will zum nächsten möglichen Termin weg. Und wenn ich bis Zwickau laufen müsste! Völlig egal. Ich schraube wieder an irgendeiner defekten bong herum.




Fußnoten: Ich hatte meinen Opa als Kind für »rein« gehalten. Für asexuell. Das stimmt natürlich nicht. Die Bong ist ein Penissymbol, oder nicht?! Ich versuche dauernd, mich zu ermannen, aber es klappt nicht recht. Obwohl ich in zwischengeschobenen Szenen durchaus meinen Topf kriege... allerdings nur, wenn alles schläft, tiefe Nacht ist oder dergleichen mehr. Ich wichse auf die Blumen. Deutlicher geht Fruchtbarkeitssymbolik wohl nicht! Das Aquarium ist mein Gefühlshaushalt. Vernachlässigt, verkommen, vergessen und abgestorben. Als meine Eltern arbeitslos waren, hatten sie mit sich zu tun. Dass ich in der Schule schwer misshandelt wurde, ist ihnen nicht aufgefallen. Und etwas unternommen haben sie auch nicht, als ich meinen ersten Nervenzusammenbruch hatte. Mein Onkel? Animus. In Wirklichkeit ist er furchtbar, nur im Traum kommt er als strahelnder, begehrenswerter Held rüber.

mcnep schrieb am 10.6. 2004 um 06:58:53 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 6 Punkt(e)

Auf der Straße begegne ich Paul Breitner und Franz Beckenbauer, beide deutlich jünger als ich. Sie fragen mich, wo man um diese Zeit noch etwas trinken könne (es ist etwa vier Uhr früh, die Zeit, als ich zuvor kurz aufgestanden war und auf die Uhr schaute). Ich erwidere, da müßten sie wohl schon nach Rom fahren. Als sie weggehen, fällt mir ein: Sie hätten doch auch im Victorian (Edelkneipe an der ) nachfragen können. Ich bin aber zu faul, ihnen nachzurennen.
Fragment der gleichen Nacht: Ich frage einen Bekannten, wieso Jeans heute nicht mehr so leicht entflammbar sind wie früher (sic!) und streiche zur Demonstration mit einem Feuerzeug über meine Beinkleider. Er erwidert, ja, das sei wohl richtig, aber verbrecherische Menschen fänden da immer einen Trick, was er mir an einer Kinderschaufensterpuppe demonstriert, die einen Jeansrock trägt. Er appliziert daran, an der Rocknaht aufsteigend, medizinisches Pflaster (weiß, halbtransparent, hautfreundlich) und erklärt, das würden Väter in vielen Ländern leider heute immer noch tun. Dann zündet er das untere Pflaster an; sofort steht der Rock in hellen Flammen [am Nachmittag hatte ich Davina aus dem Struwwelpeter vorgelesen, aber bewußt die 'Paulinchen war allein zu Haus'–Geschichte ausgelassen]. Die Puppe fängt an zu zappeln - es ist aber trotzdem immer noch eine Puppe - und der Bekannte erklärt mir, jetzt müssten wir uns beeilen und hoffen, daß niemand dumme Fragen stelle, worauf er sie bei der Notaufnahme eines Krankenhauses (die traumtypisch sofort zur Stelle ist) abgibt, wo der Arzt sofort die Rocknaht untersucht, aber offensichtlich keine verdächtigen Indizien finden kann. Mit einem Gefühl des 'Glück gehabt' verlassen wir die Ambulanz, ohne uns weiter um die immer noch schwelende Puppe zu kümmern.

mcnep schrieb am 15.9. 2005 um 08:02:56 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 3 Punkt(e)

Heute Nacht ein Traum, eher eine Bilderabfolge, samt und sonders tote Tiere darstellend - erschossene Füchse, angefressene Raben, überfahrene Eichhörnchen, geschlachtete Kühe und ähnliches. Interessant war, das die meisten Bilder, Einzelschnappschüsse allesamt, Zeichnungen waren, meist sogar schwarzweiß (das 'Blatt' mit dem toten Schwarzvogel, die Brust aufgehackt, war besonders gelungen), nur bei dem Eichhörnchen handelte es sich eher um ein Foto, es entsprach auch als einzige einem realen Eindruck von vor einigen Tagen an der Schnellstraße nach M. Eine mögliche Quelle die zahlreichen Berichte über die FranzMarcAusstellung, aber weshalb statt gestisch farbiger Überhöhung dieser morbide Realismus? Eine mögliche Ursache sehe ich in der augenblicklich stark gehäuften Reihung für mich unangenehmer Lebensereignisse (gegenwärtig etwa Zahnarzt, Bankgeschäfte, private Händel) und dem ausgedrückten Wunsch, all diese Atrozitäten mögen doch zweidimensional, schwarzweiß bleiben, was auf die Ereignisse des wirklichen Lebens übertragen bedeutet, dass ich mich augenblicklich kaum bereit sehe, der Welt anders als im Schriftverkehr gegenüber zu treten, ja, da ich selber überhaupt nicht zeichnen kann, allen künftigen Schrecknissen nur noch über Mittelsmänner zu begegnen. Konflikte sammeln wie ein Mäzen die Grafik.

mcnep schrieb am 1.5. 2004 um 11:47:20 Uhr zu

Traumspeicher

Bewertung: 3 Punkt(e)

Eigentlich nur eine kurze Szene zwischen erstem Erwachen und endgültigem Aufstehen, wo der bleischwere Kopf die unwilligen Bestrebungen des Körpers, in einen ungewissen Tag zu starten, noch einmal mit etwas Schlafpulver konterkariert: Ich gehe an dem Büdchen vorbei, wo ich meine Zigaretten zu holen pflege. Mehrere Leute stehen dort herum, einige kenne ich vom sehen, Nachbarn, Angestellte der benachbarten Unternehmen. Und ein gottserbärmlich häßlich wirkender Mann mit Glasbausteinbrille und verwaschen roter Windjacke, der einen langhaarigen Schäferhund an seiner Seite sitzen hat, bietet eine Zeitung zum Verkauf an. Eine Straßenzeitung, eines dieser Magazine, deren Erlös Obdachlosen zugutekommt, vermute ich und gehe hin, um ihm eins abzukaufen. Beim näherkommen sehe ich, daß es stattdessen ein sektiererisches Blatt einer Peta–artigen Organisation ist, vielleicht hat er es auch selbst geschrieben. Und er spricht mich an: »Sind Sie auch für die RECHTE VON TIEREN?« (Die zweite Hälfte des Satzes schreit er fast.) Ich entgegne mit erhobenen Armen: »Um Gottes Willen, neinund blicke mich dabei, was ich im gleichen Moment selber als unsympathisch empfinde, beifallheischend zu den übrigen Kioskbesuchern um. Doch in diesem Moment springt der Schäferhund auf ein Zeichen seines Herrn auf und verbeißt sich in meine Hüfte.

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